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Die zweite Röhre soll die alte Stammstrecke entlasten. Doch sie bleibt umstritten. 

Jahrhunderprojekt oder Fehleinschätzung?

Zweite Stammstrecke: Reaktionen sind gespalten

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München - Die größte Fehlentscheidung in der Nachkriegszeit in München oder ein Meilenstein für den öffentlichen Nahverkehr? Parteien und Verbände äußern sich zur geplanten neuen Stammstrecke Die Meinungen gehen dabei weit auseinander. 

Die Einschätzungen von Parteien und Verbänden zum Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke gehen weit auseinander. Die Münchner SPD begrüßte die Entscheidung. „Wir arbeiten in Rathaus, im Landtag und in Berlin schon seit 15 Jahren für einen zweiten Tunnel durch München. Anders werden wir die immer stärker steigenden Fahrgastzahlen nicht bewältigen“, sagte SPD-Chefin Claudia Tausend. Sie bezeichnete die Einigung als „Meilenstein“. 

Die Freien Wähler sind vom geplanten Tunnel weniger begeistert. „Die zweite Stammstrecke kann nur ein Baustein von vielen sein – unter anderem müssen die S-Bahn-Außenäste ertüchtigt werden“, sagte der Münchner FW-Abgeordnete Michael Piazolo.

Das sehen die Grünen im Münchner Stadtrat ähnlich. „Mit dem Finanzvolumen des Tieftunnels könnte man den Süd- und den Nordring sowie die Außenäste ausbauen und hätte dann ein zukunftsfähiges Verkehrssystem für die dynamisch wachsende Region München“, sagte Stadtrat Paul Bickelbacher. Die zweite Stammstrecke sei die schlechtere Lösung. „Unsummen“ würden dafür vergeudet. 

Lob kommt dagegen von der Industrie- und Handelskammer. „Die zweite S-Bahnröhre ist das Herzstück im Verkehrskonzept der Landeshauptstadt, um den drohenden Verkehrskollaps zu verhindern. Das Projekt sichert damit die Mobilität im deutschlandweit am schnellsten wachsenden Großraum“, betonte Geschäftsführer Peter Driessen. Besonders kritisch sieht man beim Bund Naturschutz in München den geplanten neuen Tunnel. Dieser habe das Potenzial, „zu einer der größten verkehrspolitischen Fehlentscheidungen der Nachkriegszeit in München zu werden“, sagte der Vorsitzende Christian Hierneis. 

Nehmen Sie an der öffentliche Facebook-Veranstaltung „Party zum Baubeginn der zweiten Stammstrecke“ teil. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat ein genaues Datum und eine Uhrzeit für den ersten Spatenstich genannt: am 5. April, um 15.00 Uhr am Marienhof. Darauf nageln wir Herrn Seehofer fest.

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