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Schneller zum Airport: Laut Bahn könnten -einige S-Bahnen ohne Halt vom -Leuchtenbergring nach -Unterföhring fahren. Die drei Stationen rechts im Bild würden für die zusätzlichen Züge wegfallen.

Bessere Anbindung an den Flughafen

Neuer Express-Bahn-Plan: Mit dem Zug flotter zum Flug

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Nur 30 Prozent der Passagiere des Flughafens München reisen mit dem öffentlichen Nahverkehr an! Grund ist die schlechte Anbindung durch die S-Bahn. Das könnte sich bald ändern …

München - Für den FDP-Stadtrat Michael Mattar ist das Thema nur noch ärgerlich. „Es kann ja nicht sein, dass weniger als ein Drittel der Menschen mit dem ÖPNV anreist.“ Das Problem entstand, weil beim Traum vom Transrapid sämtliche Alternativplanungen nicht weiter verfolgt wurden. Darunter leiden die Passagiere bis heute. Wer mit der S-Bahn zum Flughafen fahren will, muss vom Hauptbahnhof aus mindestens 40, auf der Linie S1 sogar eher 45 Minuten Reisezeit einplanen. Häufige Verspätungen, gerade auf der S1, nicht mit eingerechnet.

Viergleisiger Ausbau der S8 frühestens 2037 fertig

Und das bei diesem riesigen Flughafen: Mit seinen 42,3 Millionen Passagieren (2016) zählt München zu den größten Drehkreuzen in Europa. 100 Fluggesellschaften verbinden ihn mit 257 Destinationen in 70 Ländern. Gemessen an der Zahl der Reisenden belegte er 2015 den zweiten Platz in Deutschland (nach Frankfurt am Main). Im internationalen Vergleich liegt der Flughafen München nach der Passagierzahl auf dem siebten Platz in Europa und dem 30. Platz weltweit. Doch was tun? Es gibt ein paar Ideen.

Immer noch in Planung ist der viergleisige Ausbau der S8 zwischen Daglfing und Johanneskirchen. Dort teilen sich S-Bahn und Güterverkehr die zwei Gleise auf etwa fünf Kilometern. Die Strecke gilt mithin als störanfällig. Wie die Bahn der Stadt mitgeteilt hatte, ist allerdings mit einer Fertigstellung nicht vor dem Jahr 2037 zu rechnen. Das wiederum stößt bei der Flughafen GmbH auf Unverständnis: „Wir brauchen auf jeden Fall eine Lösung, auf die wir nicht noch 20 Jahre warten können“, sagt ein Sprecher zur tz.

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Regionalzüge für Flughafenverkehr einspannen

Einen anderen Ansatz hat Michael Mattar. Der FDP-Fraktionschef will die vorhandenen Regionalzüge auf der Trasse der S1 nutzen, um zusätzliche Waggons anzuhängen. Die könnten für Flughafen-Besucher in Neufahrn an- oder abgekoppelt werden. „Wir begrüßen jede tatsächlich realisierbare Verbesserung“, kommentiert dies der Flughafen-Sprecher.

Auch der Airport war nicht untätig. Wie berichtet, plant die Flughafen GmbH eine eigene Expressbahn auf eigene Kosten. Laut Flughafen-Sprecher ruhen die Pläne so lange, bis die Staats­regierung das Betriebskonzept für das Münchner S-Bahn-System mit der 2. Stammstrecke erarbeitet hat.

Michael Mattar (FDP).

Nun gibt es auch bei der Bahn Überlegungen, den Flughafen rascher anzubinden. Laut einer Sprecherin könnten einzelne S-Bahnen, die bisher am Ostbahnhof enden, zu den Spitzen-Zeiten zusätzlich in Richtung Flughafen verkehren. Die Rede ist von sechs Zügen, die ohne Halt vom Leuchtenbergring nach Unterföhring fahren könnten. Geprüft wird, ob sich diese schnellere Verbindung auch vor dem Bau der 2. Stammstrecke umsetzen lässt. Es hänge aber unter anderem von der Verfügbarkeit von S-Bahnfahrzeugen und der Gleiskapazitäten am Flughafen-Bahnhof ab.

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„Ich habe Zweifel, dass diese Prüfung zu einem positiven Ergebnis kommt“, sagt Mattar. Es gäbe zu viele Abhängigkeiten. „Ich freue mich, wenn es klappt. Vor allem aber wäre es ein Vorschlag, der den Münchner Norden nicht mit mehr Verkehr belastet.“

Beim Flughafen sieht man’s ähnlich. „Grundsätzlich sind wir offen für jede Art einer besseren Anbindung und fordern diese auch schon seit Jahren vehement.“

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2. Stammstrecke: Wo die Stadt überall aufgerissen wird

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