+

Zweite Stammstrecke: Streit um geplante Röhre

München - Die Münchner CSU macht sich Sorgen um die geplante Umweltverbundröhre, die die Unterführung am Laimer Kreisel ergänzen soll. Erneut könnte das von allen Seiten als notwendig erachtetes Projekt auf die lange Bank geschoben werden.

Der Bezirksausschuss des Stadtteils kämpft seit langem um eine rasche Realisierung der zusätzlichen, für Radler, Fußgänger, Busse und eventuell auch die Tram gedachten Röhre, die auf der Ostseite der bestehenden Unterführung verlaufen und die Erreichbarkeit des S-Bahnhofs Laim verbessern soll. Auch die Stadtteile Nypmhenburg Süd und Laim würden so über die Bahnachse hinweg besser vernetzt.

Auf die Anfrage mehrerer CSU-Stadträte hin hatte Stadtbaurätin Elisabeth Merk jüngst aber klargestellt, dass der Bau der Röhre nicht isoliert erfolgen könne, sondern eng mit den Planungen zur zweiten S-Bahnstammstrecke verknüpft sei. Nur so ergebe sich ein positiver Nutzen-Kosten-Faktor und nur so „dürfte die Umweltverbundröhre förderungsfähig sein“, wie Merk in ihrer Antwort ausführt. Ein neuer, von der Stammstrecke losgelöster Planungsprozess würde dagegen bedeuten, „dass eine Verwirklichung wieder völlig offen wäre“.

Diese Antwort gefällt dem CSU-Arbeitskreis Kommunales in Laim ganz und gar nicht: „Die derzeitige Entwicklung ist seit Jahren ungut und die neueste Entwicklung lässt vermuten, dass sich die Realisierung der Umweltverbundröhre auf den Sankt Nimmerleinstag verschiebt“, sagt Arbeitskreisleiter Andreas Bauer.

Auch der CSU-Fraktionssprecher im Laimer Bezirksausschuss, Peter Stöckle, schimpft: „Es kann nicht sein, dass erneut ein von allen Seiten als notwendig erachtetes Projekt auf die lange Bank geschoben wird.“ Unabhängig vom Ausbau der Stammstrecke stehe die Stadt in der Pflicht, schnellstmöglich für eine Entlastung an der Laimer Unterführung zu sorgen. Die Verbundröhre müsse mit der zweiten Stammstrecke geplant, die Realisierung im Zuge des Bahnhofumbaus in Laim erfolgen, fordert BA-Chef Josef Mögele (SPD).

Wie berichtet, hat der Landtag grünes Licht für den Bau der zweiten Stammstrecke gegeben. Allerdings ist die Finanzierung des Projekts, das rund zwei Milliarden Euro kosten soll, noch unklar. Die Verhandlungen mit dem Bundesverkehrsministerium dauern an.

Brigitta Wenninger

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Was wurde aus Meister Eders Werkstatt?
Was wurde aus Meister Eders Werkstatt?
München bald Radl-Hauptstadt? Großoffensive wird eingeleitet - Doch es gibt Zweifel
München bald Radl-Hauptstadt? Großoffensive wird eingeleitet - Doch es gibt Zweifel
Arbeiten in München, wohnen im Umland? Für wen sich Pendeln lohnt
Arbeiten in München, wohnen im Umland? Für wen sich Pendeln lohnt
Corona-Forschung in München: Greift das Virus das Gehirn an? Chef-Pathologe verfolgt Spur
Corona-Forschung in München: Greift das Virus das Gehirn an? Chef-Pathologe verfolgt Spur

Kommentare