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Wohnen am Osteranger: Im März beginnt mit einem Bürgerworkshop das Bauleitverfahren für die neue Siedlung in Lochhausen. 400 Wohnungen sollen dort entstehen.

Bauprojekt im Münchner Westen

Stadt plant 400 neue Wohnungen - Neben einer Hochspannungsleitung

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München - Die Wohnungsnot ist so groß, dass die Stadt inzwischen auch in problematischen Gebieten neue Siedlungen plant, so wie jetzt in Lochhausen.

Die Wohnungsnot in München spitzt sich immer weiter zu, weshalb die Stadtverwaltung unter Hochdruck neue Baugebiete ausweist. Besonders anspruchsvoll bei der Auswahl der Flächen ist die Verwaltung inzwischen nicht mehr, wie sich gestern im Planungsausschuss beobachten ließ. Da gaben die Stadträte grünes Licht für das Projekt „Wohnen am Osteranger“ in Lochhausen. Dort sollen 400 neue Wohnungen für 1000 Menschen entstehen. Qualitätsvoll und nachhaltig werde das neue Wohnquartier, verspricht der Investor. Ein Blick auf die Details des 6,2 Hektar großen Plangebietes verheißt das Gegenteil.

Das Grundwasser steht nur einen halben Meter tief, das Gelände wird von einer 110KV-Hochspannungsleitung für Bahnstrom durchtrennt, es gibt lediglich eine Buslinie mit schlechter Taktung sowie keine Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe. Ob die örtliche Grundschule genug Kapazitäten hat, ist ebenfalls fraglich. „Es sieht dort aus wie Kraut und Rüben“, kommentierte CSU-Stadtrat Johann Sauerer das Planungsgebiet. „Eigentlich dürfte man in so einem Überflutungsgebiet überhaupt nicht bauen.“ Sauerer warnte davor, dass es angesichts des hohen Grundwasserspiegels Probleme mit feuchten Kellern geben werde. Der Bau einer Tiefgarage, wie von den Planern vorgesehen, werde über Gebühr teuer, da diese „im Wasser“ stehen werde. „Dort wurde vor 50 Jahren noch Torf gestochen.“ Brigitte Wolf (Die Linke) warnte ebenfalls vor dem hohen Grundwasserspiegel und damit verbundenen baulichen Problemen.

Paul Bickelbacher (Grüne) sprach von einem „abgelegenen Gebiet“. „Früher hätten wir hier nicht gebaut.“ Als besonders problematisch sah er die Situierung der Kindertagesstätte direkt unter der Hochspannungsleitung. „Das werden die Bürger nicht akzeptieren.“ Es genüge nicht, dass die technischen Grenzwerte eingehalten würden, denn diese seien viel großzügiger bemessen als gesundheitliche Vorsorgewerte. „Der Investor sollte die Leitung verlegen, um die Vermarktungschancen für die Wohnungen zu steigern“, forderte Bickelbacher.

Sein Fraktionskollege Herbert Danner stimmte dem zu. „Die Gärten und Balkone werden nur 18 Meter von der Hochspannungsleitung entfernt verlaufen, quasi in greifbarer Nähe. Das ist vollkommen inakzeptabel“, schimpfte der Grüne. Seine Fraktion forderte die Verwaltung per Antrag auf, mit der Bahn über eine unterirdische Verlegung der Stromleitung zu verhandeln.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) konnte da nur müde lächeln. „Die Chance, dass die Bahn darauf eingeht, ist so groß wie ein Schneeball in der Wüste.“ Die Kindertagesstätte von der Hochspannungsleitung weg zu verlegen, sei jedoch richtig, fand der OB. Den Antrag der Grünen, Verhandlungen mit der Bahn zu führen, nahm der Ausschuss an.

Als nächster Schritt finden am Montag, 21. März, ab 18 Uhr im Bayerischen Schnitzel- und Hendlhaus in der Limesstraße 63 eine Erörterungsveranstaltung und ein Bürgerworkshop statt, zu denen alle interessierten Bürger eingeladen sind. Ziel sei es, gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung die Planungen für das Projekt „Wohnen am Osteranger“ weiterzuentwickeln, heißt es von Seiten der Verwaltung. Rund 30 Prozent der Wohnungen werden als geförderter Wohnungsbau (München Modell, Einkommensorientierte Zusatzförderung) errichtet, die geplanten Grünflächen sollen öffentlich nutzbar sein.

Ulrich Lobinger

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