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Viele Fenster, viele Bäume: So soll das neue Strafjustizzentrum am Leonrodplatz aussehen.

Drohungen vor dem Spatenstich

Strafjustizzentrum: Architekten unter Polizeischutz

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München - In einem Monat beginnt der Bau des neuen Strafjustizzentrums am Leonrodplatz. Überschattet wird das Projekt von Drohungen Linksradikaler gegen die ausführenden Architekten. Die stehen unter Polizeischutz.

Zwar findet der erste Spatenstich schon am 25. November statt, doch gebaut wird auf dem Grundstück Ecke Dachauer Straße/Schwere-Reiter-Straße nicht vor Herbst kommenden Jahres. „Wir müssen zunächst die Baugrube ausheben, und das dauert rund ein Jahr“, sagt Architekt Markus Frick von der „Frick Krüger Nusser Plan2 GmbH“. Es ist das bisher größte Projekt des Münchner Büros – und gleichzeitig auch das unangenehmste.

Denn seit sich Frick und seine zwei Partner gegen 97 andere Büros durchgesetzt und den Zuschlag für die Realisierung des Mammut-Projekts bekommen haben, gibt es Ärger mit anarchistischen Gruppen. Sie lehnen den Neubau ab, denn dieser könnte zu einer „Ausweitung der Kontrolle und erleichtertem Verurteilen“ führen – so heißt es in einem Aufruf im Internet. 302 Straftaten in München gehen auf das Konto der Anarchisten, sagt die Polizei, unter anderem zündeten sie Autos an, beschmierten Gebäude und warfen Fenster ein. Der Sachschaden beträgt 350 000 Euro. Ihr Markenzeichen sind Aufkleber, auf denen gegen das Strafjustizzentrum gehetzt wird und die zu tausenden im Münchner Stadtgebiet kleben (siehe Kasten).

Auch Frick und seine Kollegen werden regelmäßig Ziel von persönlichen Beleidigungen und Drohungen. „Die Aktionen nerven uns schon sehr, vor allem weil es persönlich wurde“, sagt Markus Frick. „Meine Tochter wollte abends nicht mehr alleine daheim bleiben – aus Angst.“ Die Architekten erstatteten Anzeige. Seitdem wird das Büro verstärkt von der Polizei überwacht. Frick empfindet die Aktionen der Anarchisten als „Schwachsinn hoch zehn. Unser Rechtssystem ist sehr gut und transparent. Man sollte seine Energie auf anderes verwenden.“

Die Bäume auf dem Grundstück am Leonrodplatz sind bereits gefällt. Am 25. November werden Vertreter von Justiz, Landeshauptstadt und Freistaat den ersten Spatenstich für das neue Strafjustizzentrum am Leonrodplatz setzen. Im Jahr 2021 soll der bis zu siebenstöckige Bau mit seiner gläsernen Fassade das Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße ersetzen, das nur 40 Jahre nach seinem Bau völlig marode ist und abgerissen wird.

Das neue Justizzentrum wird die Landgerichte München I und II, das Münchner Amtsgericht sowie die Staatsanwaltschaft beherbergen – insgesamt werden rund 1300 Menschen dort arbeiten. Geplant sind 54 Sitzungssäle. Einer wird mit 290 Quadratmetern besonders groß dimensioniert, um genug Platz für spektakuläre Prozesse vom Kaliber Hoeneß oder Demjanjuk zu haben. An der Nymphenburger Straße mussten bisweilen Prozessbeobachter abgewiesen werden, weil die Säle zu klein waren.

Eine erste Kostenschätzung vor zwei Jahren belief sich auf 234 Millionen Euro, inzwischen rechnet man mit rund 300 Millionen. Gerade führen die Architekten von „Frick Krüger Nusser Plan2 GmbH“ die Entwurfsplanung durch, mit deren Abschluss die exakten Baukosten feststehen sollen. Das neue Justizzentrum wird fünf- beziehungsweise sechsstöckig hergestellt, in Richtung Leonrodplatz siebengeschossig. Gläserne Fronten sollen symbolisch die Transparenz und Offenheit der Rechtsprechung darstellen. Die Baugenehmigung wird im Frühling vorliegen.

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