Eine U-Bahn-Anzeige in München.
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Münchens U-Bahnen wurden am Dienstag bestreikt.

Überblick

Großer Warnstreik in München beendet: U-Bahnen fahren wieder - Einschränkungen am Abend möglich

  • vonAndrea Stinglwagner
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Ein Warnstreik im ÖPNV hat München am Dienstag lahmgelegt. Alle Informationen zur weiteren Entwicklung finden Sie hier.

  • Der Öffentliche Nahverkehr wurde am Dienstag in München so gut wie lahmgelegt. Die U-Bahnen standen bis 18 Uhr komplett still.
  • Es kam zu bizarren Szenen im Stadtzentrum.
  • In unserem News-Ticker fassen wir die wichtigsten Details zusammen.

Update vom 15. Oktober: In München wird in den kommenden Tagen wieder gestreikt: Die Gewerkschaft Verdi kündigte Arbeitsniederlegungen bei der Müllabfuhr und den Kliniken an. Auch die Kitas sind bedroht.

Update 19.06 Uhr: Inzwischen sind in München wieder U-Bahnen unterwegs. Die MVG berichtet hierzu: „Auf fast allen Linien bieten wir wieder einen 10-Minuten-Takt an“. Vereinzelte könnte es jedoch noch zu Taktlücken kommen.

Update 18.20 Uhr: Sind Warnstreiks in Zeiten von Corona zu verantworten? Lesen Sie hier den Kontra-Kommentar „Arbeitskampf in Corona-Zeiten: Wer jetzt streikt, hat sich der Solidarität entsagt“* sowie den Pro-Kommentar „An alle besorgten MVG-Pendler: Weniger „Mimimi“ und mehr Selbstverantwortung, bitte!“*

Update, 18.06 Uhr: Der Warnstreik der Gewerkschaft Verdi ist offiziell beendet. In einer Mitteilung warnt die MVG jedoch: „Es wird noch längere Zeit dauern, bis U-Bahnen, Trambahnen und Busse wieder vollständig im Fahrplan laufen“.

Die U-Bahn hat ihren Betrieb eingeschränkt wieder aufgenommen. Aktuell fahren jedoch nur vereinzelt Züge. Deshalb kommt es noch zu deutlichen Taktlücken. Die Tramlinien nehmen sukzessive ihren Betrieb wieder auf.

München-Streik: Blitzer-Orgie entpuppt sich als bittere Panne

Update, 12.24 Uhr: Als wäre der Streik der öffentlichen Verkehrsmittel heute nicht genug, hat sich heute Vormittag eine technische Panne an einem der Verkehrs-Knotenpunkte ereignet, die Folgen auf den ohnehin stark belasteten Auto-Verkehr zur Folge hatte. Nach Angaben von sz.de kam es zu einem technischen Defekt an einem der Blitzer auf Höhe der Landshuter Allee. Demnach wurde am heutigen Morgen jeder Autofahrer geblitzt, der an besagter Stelle des Mittleren Rings vorbeifuhr - unabhängig von der Geschwindigkeit. Die Folge: Viele Autofahrer bremsten daher stark ab, was zu noch mehr Stau auf den ohnehin schon stark befahrenen Straßen führte.

Streik in München: Menschen meiden Bus und Bahn - Radl-Kolonnen statt U-Bahn-Verkehr in der Innenstadt

Update, 11.39 Uhr: Der große Streik-Tag der MVG in München zieht weiter seine Kreise. Viele Menschen meiden bewusst die wenigen, sehr überfüllten Busse und Trambahnen, die noch verkehren. Stattdessen haben sich heute viele Menschen für das Fahrrad entschieden - was zu ungewohnten Anblicken führt. Ein Twitter-User teilte ein Bild, das die Sitaution am heutigen Vormittag am Sendlinger Tor zeigt. Eine Kolonne von Radfahrern staut sich in Richtung Innenstadt. „Radlstau am Sendlinger Tor", betitelt der User die Aufnahme.

Update, 09.22 Uhr: Der groß angelegte Streik macht sich auch auf Münchens Straßen bemerkbar. So geht etwa von Laim bis in die Innenstadt fast nichts mehr. Auch der Mittlere Ring ist stark überlastet. Wie ein Autofahrer gegenüber tz.de berichtet, drängeln sich an beinahe jeder Busstation Menschen-Massen, die folglich auf engstem Raum nebeneinander stehen. „Das zieht sich über den gesamten Innenstadtbereich," so der Fahrer.

München: MVV-Streik legt Stadt beinahe lahm - Menschen drängeln sich in Bus und Tram

Update, 07:59 Uhr: Der große Streik in München zeigt seine Auswirkungen. Wie ein Twitter-User zeigt, sind etwa Busse bereits am frühen Morgen restlos überfüllt. Mit den Worten „Wenn möglich, nicht den #Bus nehmen. Brechend voll. Abstand nicht möglich,“ kommentiert er sein Aufnahme, die die dicht gedrängten Massen im Bus zeigt.

Streik im Münchner MVV trifft U-Bahn, Busse und Tram

Update vom 29. September, 6.12 Uhr: Heute wird gestreikt! Die Warnstreiks im Öffentlichen Dienst werden sich vor allem auf den Nahverkehr auswirken. In elf bayerischen Städten - darunter München, Nürnberg und Regensburg - haben die Beschäftigten von kommunalen Verkehrsbetrieben und privaten Omnibusunternehmen zum Arbeitskampf aufgerufen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft geht davon aus, dass die U-Bahnen in der Landeshauptstadt überhaupt nicht fahren können, Straßenbahnen und Busse nur teilweise.

Verdi fordert einen bundesweiten Tarifvertrag für die rund 87.000 Angestellten im ÖPNV. Das lehnen die Arbeitgeber nach Angaben von Verdi bisher ab. „Die Lage ist ernst, der Warnstreik ein deutliches Signal an die Arbeitgeber, Verhandlungen aufzunehmen“, so Bayerns Verdi-Bereichsleiter Kai Winkler. Derzeit laufen in allen 16 Bundesländern die Verhandlungen über die jeweiligen Tarifverträge im ÖPNV.

Streik im MVV trotz Corona: Versinkt München im Chaos? Streit zwischen MVG und Gewerkschaft vor Eskalation

Erstmeldung vom 28. September, 17.15 Uhr: München - Am Dienstag (29. September) fährt keine U-Bahn (von Betriebsbeginn um 3.30 Uhr bis 18 Uhr). Die Tram wird weitgehend ausfallen – und höchstens jeder zweiter Bus wird unterwegs sein. Ja, München wird lahm gelegt! „Wer kann, sollte die MVG-Verkehrsmittel meiden“, warnt sogar die Verkehrsgesellschaft selbst. Nur die S-Bahn fährt normal.

Streik in München: Verdi fordert mehr Geld und weniger Arbeitszeit

Der knallharte Streik – er soll den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen – im bundesweiten Tarifkonflikt um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). „Die Bedingungen hätten sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert“, sagte Verdi-Bayern-Sprecher Kai Winkler gestern. Die Zahl der Beschäftigten habe sich verringert, während die Zahl der Fahrgäste stark gestiegen sei. Verdi fordert reduzierte Arbeitszeiten, eine bessere Bezahlung – gerade auch für ungünstige Arbeitszeiten. Überstunden sollten nicht mehr die Regel sein, die Belastung im Schichtdienst müsse geringer werden. Die ÖPNV-Berufe sollten sich auch für Berufsanfänger wieder besser rentieren.

Beim Arbeitgeberverband aber habe man die Verhandlungen abgeblockt, so Silke Vorpahl, die Verdi-Verhandlungsführerin beim Omnibus-Tarifvertrag: „Uns bleibt keine andere Wahl, als zu streiken. Und wir werden weitermachen, Schlag auf Schlag!“

Weitere Infos zum Streik finden Sie in unserem News-Ticker.

Streik in München: Tarif-Parteien schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu

Doch warum gerade jetzt streiken – mitten in der Corona*-Krise? Man wolle Schüler, Eltern, Fahrgäste ja nicht unverhältnismäßig treffen, sagt Silke Vorpahl. „Der Schwarze Peter aber liegt beim Arbeitgeberverband. Die Streiks können jederzeit durch den Arbeitgeberverband unterbrochen werden, indem man uns ein Angebot macht!“ MVG-Chef Ingo Wortmann sieht das anders: „Wir fordern die Gewerkschaften auf, den Tarifkonflikt am Verhandlungstisch auszutragen, nicht auf dem Rücken unserer Fahrgäste.“ Immerhin hätten die MVG-Mitarbeiter ja sichere Arbeitsplätze.

Die U-Bahnhöfe in München werden am Dienstag verwaist sein. Kein U-Bahnbetrieb für das gesamte Stadtgebiet ist angekündigt.

Also wie geht es weiter? Zunächst sind die Ausfälle auf diesen Dienstag beschränkt, sagt Verdi. Aber: Es sollen weitere Streiks folgen, aber nicht mehr diese Woche. Gestreikt wird aber nicht nur in München. In elf bayerischen Städten wird zum Streik im ÖPNV aufgerufen. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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