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Reparaturbedürftig sind auch die Trambahnen der MVG. In Ramersdorf entsteht nun ein zweiter Betriebshof.

Großes Tram-Einrücken

Den Anwohnern in Ramersdorf droht mehr Lärm

Bis 2023 soll auf dem Gelände der heutigen Trambahn-Hauptwerkstätte an der Ständlerstraße in Ramersdorf ein zweiter Tram-Betriebshof für München entstehen.

Am Montagabend informierte die Münchner Verkehrsgesellschaft die Anwohner über den Planungsstand. Ein Problem könnte die An- und Abfahrt der Trambahnen werden.

Im vergangenen Jahr war noch von etwa 60 Zügen die Rede, nun sollen maximal 90 Trambahnzüge unterschiedlicher Länge auf dem künftigen Betriebshof unterkommen können. Dafür werden insgesamt 4000 Meter Gleise eingebaut. Die aktuelle Entwurfsplanung sieht zwei neue Abstellhallen vor – beide komplett umbaut und mit gedämmten Schnelllauftoren. Außerdem werden eine Waschhalle und eine Unterflur-Drehhalle gebaut sowie das bestehende Werkstattgebäude erweitert. Im Erdgeschoss des 17,5 Meter hohen Anbaus soll künftig geschraubt und gewartet werden, im ersten Obergeschoss ist die Kantine, im zweiten die Verwaltung eingeplant.

Obwohl die Neubauten gut 40 Meter Abstand zum Wohngebiet halten und der Fahrbetrieb der ein- und ausrückenden Trambahnen an der benachbarten Bahntrasse entlangläuft, gibt es Bereiche, in denen die Lärmschutzwerte nicht eingehalten werden können. Beispielsweise an den Ein- und Ausfahrten der Hallen. Daher müssen auf dem Gelände mehrere Lärmschutzwände entstehen, die zwischen 0,5 und neun Meter hoch sein werden. Am Bremsgleis, das schon heute ein Ärgernis für die Anlieger ist, wird die Wand rund einen Meter hoch werden.

„Was nimmt das tatsächlich an Lärm weg“, fragte eine Anwohnerin zweifelnd. „Hier ist es momentan schon sehr laut.“ Eine Verlegung der Strecke, auf der die Trambahnen ihre Bremsen testen, sei jedoch nicht möglich, weil man die notwendige Länge nirgends unterbringen könne, so die Antwort der MVG. Während die Bremstests nur tagsüber stattfinden, wird im Betriebshof rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen, gearbeitet. Jedoch keine schweren Instandsetzungen, betont die MVG. „Nur so was wie Blinkerwechsel oder Sand nachfüllen.“

Die Fahrzeuge rücken abends zwischen 19 und 3 Uhr ein, morgens geht es zwischen 3 und 7 Uhr wieder raus. Den Weg, den die Züge zum Betriebshof fahren, erklärte Ulrich Osthöver von der MVG: „Wie heute auch, das ist eine genehmigte Betriebsstrecke.“ Konkret heißt das: von der Schwanseestraße über den Mittleren Ring (Chiemgaustraße) in die Aschauer Straße. „Der Mittlere Ring wird nicht gestört“, so Osthöver, schließlich rücke man zu Zeiten ein und aus, in denen die Verkehrsdichte nicht so stark sei.

Für die Anwohner in zweiter Reihe zur Aschauer Straße bleibt die Frage des nächtlichen Lärmschutzes. Da es sich dort um ein Gewerbegebiet handelt, ist offenbar kein weiterer Schutz geplant. Allerdings wird die eine Seite der Aschauer Straße wegen des geplanten Baus einer Realschule gerade umgewidmet, was neue Lärmschutzfragen aufwirft. Bis zur Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für den Trambetriebshof im nächsten Frühjahr gibt es also noch Klärungsbedarf. 

MVV-Reform mit Tarifkreisen statt Zonen

Carmen Ick-Dietl

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