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Angelique Kerber muss im Finale gegen Serena Williams ran.

Australian Open 2016

Angie-Draht im Finale gegen Serena-Stahl

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Melbourne - Am Samstag gilt's! Dann nämlich steht Angelique Kerber im Finale der Australien Open. Kann sie die Powerfrau Serena Williams dank neuer Fitness stoppen?

"Wenn ich alte Bilder von mir sehe, wundere ich mich selbst“, sagte Angelique Kerber jüngst. Talentiert war die Kielerin immer, aber vor ein paar Jahren, das muss die 28-Jährige heute zugeben, hatte sie ein paar Kilogramm zu viel auf den Rippen. 2011 verlor sie elf Erstrundenpartien in Folge, das Karriereende drohte. Fünf Jahre später, mit weniger Kilos, dafür mehr Muskeln, spielt Kerber am Samstag (9.30 Uhr, Eurosport und auf tz.de im Live-Ticker) gegen Serena Williams bei den Australian Open das erste Grand-Slam-Endspiel ihrer Karriere.

Angie-Draht gegen Serena-Stahl! Auf Süßigkeiten verzichtet Kerber weitestgehend, statt Kohlenhydraten greift sie in Melbourne oft zu Eiweißshakes. „Die Intensität im Training ist gestiegen. Angie ist noch viel drahtiger, beweglicher“, sagt Trainer Torben Beltz (39), mit dem sie seit neun Monaten wieder zusammenarbeitet und der sich aus Aberglaube erst nach dem Turnier wieder rasiert.

Kerber (neun Millionen Dollar Preisgeld) und Williams (75 Millionen Dollar) wollen beide zu Steffi Graf aufschließen. Die Deutsche als erste Grand-Slam-Gewinnern seit der Grand Dame und Williams, weil sie mit ihrem 22. Titel mit der Rekordhalterin gleichziehen würde. Die Bilanz (5:1-Siege) spricht für die 34-jährige, einschüchtern lässt sich Kerber nicht: „Wenn ich zu kurz spiele, schießt mich Serena vom Platz. Zwischendurch wackelt sie immer mal wieder. Das muss ich nutzen.“

Im Öffentlich-Rechtlichen wird das Finale nicht zu sehen sein. Ein Grund zur Kritik für Bundestrainerin Barbara Rittner: „Solch ein Turnier gehört mit deutscher Beteiligung ab dem Viertelfinale ins Öffentlich-Rechtliche“. Die Sportschau könne man in Fußballshow umbenennen: „Dass solch ein Finale am Samstagmorgen nicht übertragen wird, finde ich sehr, sehr traurig“, so Rittner. In den USA ist das Turnier zu sehen. „Ich freue mich riesig, lieben Gruß aus Las Vegas“, schrieb Graf unmittelbar nach dem Halbfinale in einer SMS an Kerber. Sie wird wohl auch am Samstag mit ihrer möglichen Nachfolgerin mitfiebern.

MM

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