Staatsanwaltschaft ermittelt

Tierpark-Drama: Vier Mitarbeiter bei Tötung von Rindern verletzt 

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Im Sommer sind im Tierpark Hellabrunn zwei Banteng-Rinder erschossen worden. Dabei kamen auch vier Mitarbeiter zu Schaden. Deshalb ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.

München - Hier ging mächtig was schief: Beim Abschuss von zwei Banteng-Rindern im Tierpark Hellabrunn sind vier Mitarbeiter verletzt worden. Wie das passieren konnte? Aus der Waffe eines 55-jährigen Tierarztes hatte sich versehentlich ein Schuss gelöst, der in den Betonboden einschlug. Splitter sausten durch die Luft…

Der Schieß-Unfall ereignete sich bereits Anfang Juli. Weil eine anonyme Person den Vorfall zur Anzeige brachte, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft München wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den 55-jährigen Tierarzt.

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Tötung im Tierpark nicht ungewöhnlich

Dass Tiere erschossen werden müssen, ist ein notwendiger Vorgang im Tierpark. So auch am 6. Juli dieses Jahres, als der Tierarzt zwei der eigentlich in Südostasien beheimateten Wildrinder töten soll, weil kein Platz für die Tiere in einem anderen Zoo gefunden werden konnte und die Unruhe in der Herde steigt. Der Tierarzt erschießt mit je einer Kugel die Tiere.

Als er anschließend die Waffe nach unten hält und sie entsichern will, löst sich aus ungeklärter Ursache die zweite Kugel, die noch im Lauf steckt. Das Geschoss schlägt in den Boden ein. Von den umherfliegenden Splittern werden vier Mitarbeiter „leicht verletzt“, wie eine Tierpark-Sprecherin mitteilt. Einer der vier habe zudem ein Knalltrauma erlitten, er sei mit dem Taxi ins Krankenhaus gebracht worden. „Seine gesundheitlichen Einschränkungen sind komplett verheilt“, so die Sprecherin. Alle seien mittlerweile wieder wohlauf.

Tierpark-Chef Rasem Baban ist sauer.

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Zoo hat „unabhängigen Waffensachverständigen eingeschaltet“

Der Tierpark spricht von einem Arbeitsunfall, der ordnungsgemäß gemeldet und untersucht wurde. Man habe den Unfall fünf Tage später der Gewerbeaufsicht gemeldet. „Zudem haben wir einen unabhängigen Waffensachverständigen eingeschaltet“, erklärt die Zoo-Sprecherin. Das Ergebnis des Gutachtens: Die Waffe war in einem ordnungsgemäßen Zustand, das Waffenhandling sei, „soweit nachvollziehbar“, ordnungsgemäß erfolgt. Will heißen: Warum sich der Schuss löste, ist nicht zu klären.

„Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen“, so Florian Weinzierl, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es müssten noch Zeugen vernommen werden, die Untersuchung der Waffe sei noch nicht beendet.

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Peta kritisiert Tötung im Tierpark

Am Dienstag meldete sich auch die Tierschutz–Organisation Peta zu Wort. Für sie ist die Tötung der Tiere ein Skandal. Im Tierpark stehe der Profit im Vordergrund - und nicht der Artenschutz, so der Vorwurf.

Tierpark-Chef Rasem Baban hat nun übrigens selbst Anzeige gegen den Unbekannten erstattet, der die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat. Er habe falsche und rufschädigende Behauptungen verbreitet.

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C. Wörmann

Rubriklistenbild: © dpa

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