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Rote Flecken auf der Wange des Mädchen zeugen von der heftigen Watschn. Die Kleine wurde auf dem Spielplatz von einer Erzieherin des Horts geohrfeigt. Die Einrichtung hat sich von der Pädagogin umgehend getrennt.

Im Münchner Süden

Erzieherin watscht Mädchen (6) - Oma entdeckt Handabdruck

Auf einem Spielplatz passierte es: Eine Erzieherin schlägt eine ihrer Schutzbefohlenen heftig ins Gesicht. Die Mutter des Kindes erstattet daraufhin Strafanzeige.

Suzana L. (34) ist geschockt: Eine Erzieherin hat ihre Tochter heftig ins Gesicht geschlagen. Körperliche Gewalt, wo eigentlich liebevolle Aufmerksamkeit herrschen sollte.

Die Sechsjährige besucht den Hort einer Elterninitiative im Münchner Süden. Der Vorfall habe sich auf dem Spielplatz ereignet, berichtet die Mutter: „Die Kinder haben mit der Erzieherin gespielt. Meine Tochter hat ihr im Spiel auf den Rücken gehauen.“ Daraufhin habe sich die Frau reflexartig umgedreht und das Kind geschlagen. „Die Watschn war so heftig, dass wir später noch die Fingerabdrücke auf der Backe gesehen haben.“ Dass mit ihrer Enkelin etwas nicht in Ordnung war, habe ihre Oma sofort bemerkt, als sie die Kleine abholte. „Meiner Mutter ist aufgefallen, dass sie ganz rot im Gesicht war“, sagt L. Die Oma habe bei der Erzieherin nachgefragt. Deren Antwort: ausweichend. „Sie hat versucht, den Vorfall zu vertuschen“, sagt L. Aber die sechsjährige Enkelin konnte sich genau erinnern. Das Kind erzählte der Oma auf Nachfrage, was passiert war: Die Erzieherin habe sie geohrfeigt. „Als wir das erfahren haben, sind wir gleich mit ihr zum Arzt gefahren. Der hat uns bescheinigt, dass sie eine Prellung erlitten hat.“ L. erstattete noch am selben Tag Strafanzeige bei der Polizei.

Die Mutter des geschlagenen Mädchens, Suzana L., hat Strafanzeige bei der Polizei erstattet.

Auch die Einrichtung reagierte umgehend: sofortiger Rauswurf, die Erzieherin arbeitet nicht mehr für die Elterninitiative. „Ich bin fassungslos. So etwas darf nicht passieren“, sagt die Vorstandsvorsitzende der Einrichtung auf Merkur-Anfrage. „Unsere Elterninitiative legt großen Wert auf einen liebevollen Umgang der Betreuer mit den Kindern und verurteilt jegliche Form von Gewalt aufs Schärfste.“

Die Pädagogin sei ausgebildete Erzieherin und erst im Juni eingestellt worden - seit September arbeitete sie im Hort. Sowohl die gute Ausbildung als auch die langjährige Erfahrung der Frau hätten bei ihrer Einstellung überzeugt. „Wir prüfen alle unsere neuen Erzieher sehr sorgfältig, fordern immer auch ein erweitertes Führungszeugnis an und führen intensive Mitarbeitergespräche“, sagt die Vorstands-Chefin. Umso erschütternder sei der Vorfall. Dennoch sei klar gewesen, dass man sich von der Pädagogin trennen müsse. Außerdem habe man auch die zuständige Fachaufsicht der Stadt München informiert.

Info: Was dürfen Erzieher und was nicht?

2000 wurde das Recht der Kinder auf gewaltfreie Erziehung im Gesetz (BGB, § 1631) verankert. „Körperliche, sexualisierte und seelische Gewalt sind natürlich tabu“, sagt Cordula Lasner-Tietze, Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes. Faktoren wie zu große Gruppen oder Personalknappheit könnten „eventuelle Überreaktionen“ begünstigen. „Das kann nicht entschuldigt werden.“ Dennoch können Teams, Leitungen und Träger präventiv tätig werden, um Gefährdungssituationen zu minimieren. „Im Alltag liegen 99,9 Prozent auf der Betreuung der Kinder, nur 0,1 Prozent auf Fachabsprachen, Supervisionen, Fortbildungen. Das ist ein starkes Missverhältnis.“

*Aus Rücksicht auf die Beteiligten ist der Vorfall nicht näher verortet.

Daniela Schmidt

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