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Paukenschlag vor OB-Wahl: Dieter Reiter bekommt Konkurrenz von SPD-Frau

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Von: Sascha Karowski

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Links: Ender Beyhan-Bilgin ist OB-Kandidatin.  Rechts: Der amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter.
Links: Ender Beyhan-Bilgin ist OB-Kandidatin.  Rechts: Der amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter. © Marcus Schlaf / Sven Hoppe/dpa

OB Wahl 20202 in München: SPD-Frau Ender Beyhan-Bilgin kandidiert als Oberbürgermeisterin. Konkurrenz für Dieter Reiter - scheinbar aus den eigenen Reihen.

München - Eine langjährige SPDlerin tritt bei den Kommunalwahlen als Konkurrentin von SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter an. Die Giesinger Bezirksausschuss-Politikerin Ender Beyhan-Bilgin, die auch im Migrationsbeirat sitzt, steht als OB-Kandidatin auf der neuen Liste „FAIR Freie Allianz für Innovation und Rechtsstaatlichkeit“.

Die SPD hat sie deshalb aufgefordert, aus der Partei auszutreten. „Eine Kandidatur auf einer anderen Liste ist nach unserer Überzeugung mit einer Mitgliedschaft in unserer Fraktion sowie mit einer Mitgliedschaft in der SPD unvereinbar“, so Alexander Schmitt-Geiger, Fraktionssprecher der SPD im Bezirksausschuss (BA) Obergiesing-Fasangarten. Er sieht auch Beyhan-Bilgins positive Haltung zum türkischen Regime als Problem.

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Laut Münchens SPD-Vize Roland Fischer gibt es zunächst kein Ausschlussverfahren, nur die Aufforderung zum Rücktritt. Sollte das Mitglied dem nicht folgen, wird es laut Satzung automatisch aus der Partei ausgeschlossen. „Ich komme dem so nach“, beteuert Ender Beyhan-Bilgin gegenüber unserer Zeitung. Im BA will die 50-Jährige allerdings bleiben.

Links: Ender Beyhan-Bilgin ist OB-Kandidatin.  Rechts: Der amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter.
Links: Ender Beyhan-Bilgin ist OB-Kandidatin.  Rechts: Der amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter. © Marcus Schlaf / Sven Hoppe/dpa

Ihre Beweggründe für die Abkehr von der SPD: „In den großen Parteien wird Migranten keine Chance gegeben oder sie dienen nur als Stimmenfänger.“ Auf der neuen Liste stünden daher Migranten, die sich von den großen Parteien in München nicht vertreten fühlten. Ganz oben: Professor Kemal Orak von der FOM-Hochschule für Berufstätige.

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Die Bedürfnisse der Migranten in München müssten stärker berücksichtigt werden, fordert Beyhan-Bilgin. „Migrantenvereine finden schwer Räume, Sportvereine beklagen sich über Benachteiligungen bei der Belegung von Sportanlagen und durch Schiedsrichter, türkische Vereine werden sehr kritisch behandelt.“ Der Wahlvorschlag wurde am Dienstag beim Kreisverwaltungsreferat eingereicht, nun braucht FAIR jeweils 1000 Unterschriften für die Stadtratswahl und die OB-Kandidatur. 

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VON CARMEN ICK-DIETL UND SASCHA KAROWSKI

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