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Die umstrittene Mauer von oben.

Sechsstellige Summe

So viel kostete die Mauer in Neuperlach

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München - Die Gräben um die Mauer werden tiefer. Erneut haben unbekannte Schmierfinken Hauswände der Anwohner mit Beleidigungen verunstaltet. Die Stadt hat derweil offenbar ihre Mauer-Taktik aufgegeben.

Die Gräben um die Mauer werden tiefer. Erneut haben unbekannte Schmierfinken Hauswände der Anwohner mit Beleidigungen verunstaltet. Die Stadt hat derweil offenbar ihre Mauer-Taktik aufgegeben. Auf tz-Nachfrage war das Baureferat am Donnerstag dann doch bereit, eine ungefähre Kostenschätzung abzugeben. Demnach hat man für den Lärmschutz 200.000 Euro veranschlagt. Zwischenzeitlich ist eine Petition für den Abriss der Wand gestartet worden. Fast 5000 Unterstützer gibt es online. Und am Donnerstag Abend tagte der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach (BA) – auch wegen des Mauer-Falls! Die Polizei war aus Sicherheitsgründen verstärkt vor Ort.

BA-Chef Thomas Kauer hatte die Beamten auf die sensible Sitzung hingewiesen. Die Polizei reagierte. Neben dem Ordnungshüter, der obligatorisch für Berichte und Fragen in jeder Sitzung des Gremiums anwesend ist, patrouillierte ein Streifenwagen vor dem Kulturhaus am Hans-Seidl-Platz. Sollte es dort zu Aufläufen kommen, etwa von Demonstranten, sollten die Beamten entsprechend reagieren können. Die Sitzung fand erst nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe statt.

Thomas Kauer wurde zuvor im Gespräch mit unserer Zeitung nicht müde zu betonen, wie wichtig es derzeit ist, das Thema wieder auf ein Normalmaß zurückzufahren. Die Menschen in der Nachbarschaft seien zunehmend verunsichert. „Über sie ist einiges hereingebrochen.“

Die Aktion von Bellevue di Monaco sei da wenig hilfreich gewesen. Die Sozialgenossenschaft hatte mit der Aktion „Checkpoint Ali“ auf vermeintliche Parallelen zwischen der Mauer in Neuperlach und der in Berlin hinweisen wollen. Am geschichtsträchtigen 9. November, am Tag des Mauerfalls.

Er hatte die Diskussion losgetreten: Guido Buchholtz.

„Das war einfach geschmacklos“, sagt Kauer. „Man muss sich schon die Frage stellen, ob hier nicht die Gefühle von Menschen verletzt werden.“ An der Berliner Mauer schließlich seien Menschen gestorben. Und das Bauwerk sei auch nicht aus Gründen des Lärmschutzes errichtet worden. „Die Hälfte der Leute, die da am Mittwoch in NVA-Jacken herumgelaufen ist, kennt Neuperlach sonst nur vom Stadtplan“, sagt Kauer. Und weiter: „Ich respektiere die Kunstfreiheit, aber genauso einen rechtsgültigen Bebauungsplan.“ Denn: Die Mauer fußt auf einer Vereinbarung zwischen Stadt und Anwohnern. Und die ist entstanden, weil der Lärmschutz vom Verwaltungsgericht angemahnt wurde.

Kauer appelliert weiter, jetzt erst mal Gras über die Sache wachsen zu lassen. Es sei alles gesagt. Auch solle man warten, bis die 160 Flüchtlinge mal eingezogen sind – und diese dann fragen, was sie von der ganzen Thematik halten. „Integration heißt auch, dass man die Flüchtlinge in die Diskussion mit einbezieht.“

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