„Unsere Mitti soll bleiben“ fordern Kinder der Grundschule Forstenried. Foto: Kurzendörfer

Mittagsbetreuung vor die Tür gesetzt

München - Ärger in Fürstenried: Stadt kündigt Verein kurzfristig die Räume in Grundschule.

Von der Stadt im Stich gelassen fühlen sich 60 Familien in Forstenried. Nach 15 Jahren wurden der Mittagsbetreuung an der Grundschule Forstenrieder Allee die Räume gekündigt. Eine adäquate Alternative ist nicht in Sicht. Die Eltern sind sauer darüber, wie mit ihnen umgegangen wird: „Bei einem Runden Tisch hatte kürzlich der Vertreter des Schulreferats keine Ahnung vom Sachverhalt“, ärgert sich Petra Decker, Vorsitzende des Vereins „Mitti Forstenried“.

Das Gespräch war anberaumt worden, nachdem besorgte Eltern sich im Februar an den Bezirksausschuss gewandt hatten. „Das Treffen war der absolute Flop“ schimpft BA-Chef Hans Bauer (SPD). Erschienen sei nicht Hans-Jürgen Stein vom zentralen Immobilienmanagement, sondern ein anderer, schlecht informierter Referatsvertreter. „Dementsprechend wenig hatte er uns zu sagen“, moniert auch Petra Decker. „Das zeigt, welchen Stellenwert Kinderbetreuung beim Schulreferat hat.“

Seit 15 Jahren befindet sich die Mitti im Altbau der Grundschule - in der Hausmeister-Wohnung. Rund 70 Kinder werden dort betreut. Jetzt soll ein neuer Hausmeister einziehen. Sein Vorgänger - mittlerweile im Ruhestand - wohnte außerhalb der Schule. Dass die Räume ab dem kommenden Schuljahr nicht mehr zur Verfügung stehen, habe die Stadt dem Verein erst am 14. Januar mitgeteilt - in einem vom 2. November 2010 datierten Schreiben, erzählt Decker.

Die Mitti könne in ein Klassenzimmer ausweichen, wiegelt Referats-Sprecherin Eva-Maria Volland ab. „So eine Doppelnutzung gibt es an vielen Schulen.“ Den Verein empfindet das als „Schlag ins Gesicht“, so Decker. Die Eltern hätten die Räume liebevoll und teils auf eigene Kosten eingerichtet: „Wir engagieren uns seit Jahren ehrenamtlich, und nun bekommen wir null Unterstützung.“

Bereits am 5. April sei die Anmeldung fürs kommende Schuljahr, und immer noch unklar, wie es weitergeht, klagt Decker. „In einem Klassenzimmer gibt es keine Küche, also kein warmes Mittagessen mehr.“ Zudem habe die Schulleiterin mitgeteilt, dass Tische nicht verschoben werden dürften und Stillbeschäftigung erwünscht sei.“ Was das bedeute, sei klar: „Wir können die Kinder nicht mehr bis 16, sondern nur noch bis 14 Uhr betreuen.“

Für viele Eltern wäre das eine Katastrophe. „Es wäre existenzbedrohend“, sagt etwa die alleinerziehende Birgit Röhrich. Nach Ansicht der Eltern gäbe es Alternativen. Auf dem Schulgelände sei ein Hortneubau geplant. „Warum kann die Mitti nicht bis zur Fertigstellung 2013 in den jetzigen Räumen bleiben?“ fragt sich Deckert.

Brigitta Wenninger

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