Tierpark Hellabrunn: Im Münchner Zoo wird Musik gemacht - Hier bekommt der Gorilla ein Gstanzl.
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Tierpark Hellabrunn: Im Münchner Zoo wird Musik gemacht - Hier bekommt der Gorilla ein Gstanzl.

Gstanzl für den Gorilla

München: Besondere Corona-Aktion in Hellabrunn - Opern-Stars musizieren für Zoo-Tiere

  • vonLeoni Billina
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  • Melanie Brandl
    Melanie Brandl
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Die Stars der Münchner Staatsoper nutzen die Zeit während der Corona-Pandemie für eine besondere Aktion. Sie musizieren für die Zoo-Tiere in Hellabrunn.

München - Neugierig schaut der Gorilla durch die Scheibe zu Daniela Huber. Was hat die da vor? Dann lauscht er andächtig den Tönen, die die Akkordeonistin spielt… Willkommen in Hellabrunn, und willkommen bei der Musik. Denn Tatsache: Die tierischen Bewohner des Zoos in München* durften erleben, was wohl sehr viele zur Zeit vermissen: ein Konzert! Hier traten vier Sängerinnen und Sängern der Bayerischen Staatsoper auf, begleitet von Daniela Huber und ihrem Akkordeon. Dabei ist ein kleiner Film entstanden. Der Streifen unter dem logischen Titel Töröööö zeigt die Musiker auf Hella­brunn-Rundgang – wer mag, kann ihn auf der Internet-Seite der Staatsoper und bei YouTube anschauen. Der Beitrag gehört zur Reihe Montagsstück für Kinder. Ein filmisches Konzert, das helfen soll, die Sehnsucht nach Kultur und Ausflügen ein wenig zu stillen. Jetzt, wo Corona* uns alle so einschränkt…

München: Corona-Aktion im Zoo - Opern-Stars starten Hellabrunn-Tour mit Vogel-Hits

Los geht’s bei den Flamingos – und zwar mit Vogel-Hits! Die Sänger schmettern sich durchs Repertoire, von Alle Vögel sind schon da über Wenn ich ein Vöglein wär bis hin zur Vogelhochzeit. Aber auch andere Tiere kriegen Besuch: Während sich Babyfant Otto zum Dickhäuter-Klassiker Was müssen das für Bäume sein? genüsslich im Dreck wälzt, hämmern die Gorillas zu ihrem Gstanzl Die Affen rasen durch den Wald an die Glasscheiben. Pinguine lauschen dem Pitsch-Patsch-Pinguin-Song.

Musik im Zoo? In Hellabrunn keine Seltenheit - „Hilft den Tieren“

Viele der Tiere hören nicht zum ersten Mal Musik: In den Genuss kommen sie zum Beispiel, wenn ihre Pfleger sie für ungewohnte Geräusche sensibilisieren wollen – wie etwa Baustellenlärm, erklärt Tierpark-Chef Rasem Baban (54). Als die Kuppel des Elefantenhauses 2014 gesprengt wurde und die Dickhäuter deswegen ein Übergans-Quartier beziehen mussten, wurde ihnen zur Vorbereitung wochenlang Musik vorgespielt, von Pop bis Klassik.

„Es hilft den Tieren dabei, sich an unterschiedliche Frequenzbereiche zu gewöhnen“, so Baban. Generell haben Tiere mit Geräuschen vor allem dann Probleme, wenn sie nicht erkennen können, woher die Töne kommen. Eigentlich ganz ähnlich wie bei uns Menschen – wir reagieren schließlich auch erst mal versunsichert, wenn wir Geräusche nicht orten können… Baban: „Musik hat auf Tiere eine positive Wirkung. Natürlich nur mit entsprechender Lautstärke.“ So war auch das Konzert der Opernsänger unverstärkt und an die Tierohren angepasst. Der Zoo-Direktor resümiert: „Man hat deutlich gesehen, dass Mensch und Tier jede Menge Spaß hatten…“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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