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Tristesse in Münchner Stadtviertel bleibt: Kommt Pavillon? Vorbild aus Lissabon

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München: Der Hans-Mielich-Platz in Giesing muss weiter ohne Pavillion auskommen.
München: Der Hans-Mielich-Platz in Giesing muss weiter ohne Pavillion auskommen. © M. Westermann

Es ist ein Herzensprojekt. Mit einem kleinen Jugendstil-Kiosk einem Platz in München Giesing etwas Leben einzuhauchen. Nach drei Jahren steht der Pavillion vor dem Aus.

München - Diese Idee begeisterte viele in Giesing: Auf dem Hans-Mielich-Platz könnte ein Pavillon nach Lissabonner Vorbild als Stadtvierteltreff dienen – letztlich steht diesem Ansinnen aber die Bürokratie im Wege.

Flair aus Lissabon in Giesing: Pavillon-Idee am Hans-Mielich-Platz

Die Vorgeschichte: Bereits im März 2019 hat Julian Göttlicher seine Idee von einem kleinen Jugendstilkiosk im portugiesischen Stil auf dem Hans-Mielich-Platz dem Bezirksausschuss (BA) vorgestellt. Snacks, leichte alkoholische Getränke wie Bier und Wein, Brettspiele, Toiletten und Sitzmöglichkeiten soll der Pavillon bieten. Die Begeisterung war groß und sein Projekt bekam die volle Zustimmung der Ausschussmitglieder. Jetzt, drei Jahre, eine Kommunalwahl und etliche Behördengänge später, steht das Projekt vor dem Aus. Denn das Baureferat hat den im Mai 2021 gestellten Antrag abgelehnt.

München: Hans-Mielich-Platz in Giesing ist öffentlicher Verkehrsgrund

In dem Antrag bat der BA darum, die Fläche auf dem Hans-Mielich-Platz (Untergiesing) von öffentlichem Verkehrsgrund in städtischen Grund umzuwidmen. So hätte Göttlicher diese pachten können. Eine Umwidmung sei laut Baureferat aufgrund der Verkehrsbedeutung des Platzes allerdings nicht möglich: „Der Hans-Mielich-Platz wird bekanntermaßen durch den Fuß- und Radverkehr gleichermaßen hoch frequentiert; er dient außerdem als Marktplatz für die Giesinger Bevölkerung.“

Die Idee: Ein Pavillon auf dem Hans-Mielich-Platz nach Lissaboner-Vorbild.
Die Idee: Ein Pavillon auf dem Hans-Mielich-Platz nach Lissaboner-Vorbild. © Simulation

Trotz schlechter Nachrichten - BA steht weiter hinter Vorhaben

Aufgeben will Göttlicher aber noch nicht. „Das Baureferat sieht das Projekt generell auch positiv und prüft jetzt noch einmal, welche Möglichkeiten es gibt.“ Vor allem die Unterstützung und der Zuspruch, den der Kioskbetreiber in spe von verschiedenen Seiten erhält, machen es ihm schwer, sich von seinem Herzensprojekt zu lösen. „Wenn ich die Projekte sehe, die sich trotz Widerstand durchgesetzt haben, denke ich mir, ich werde es doch wohl auch schaffen, diesen Pavillon da hinzustellen.“

Auch der Bezirksausschuss steht nach wie vor hinter dem Vorhaben. „Es wäre die Belebung eines sonst eher leblosen Platzes“, sagt Sebastian Weisenburger (Grüne). Der Pavillon würde sich zudem positiv auf das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger auswirken. „Ich würde mir wünschen, dass der Pavillon kommt. Es wäre ein Highlight für Untergiesing und eine Bereicherung für das Viertel.“

Auch das Müllproblem könne man laut Göttlicher durch seinen Kiosk verbessern. „Der Platz wird bereits wahrgenommen, Kinder spielen hier oder fahren Fahrrad, aber es gibt keine richtigen Sitzmöglichkeiten und die Leute bringen sich ihr Essen mit.“ Die Folge wären herumfliegende Kaffeebecher und leere Flaschen.

Göttlicher hofft nun darauf, dass er doch noch eine Genehmigung für seinen Pavillon erhält. Es sei auch schon alles vorbereitet, sobald grünes Licht von der Stadt kommt, könne er bei der Firma in Lissabon anrufen und bestellen. (Ann-Kathrin Kapteinat)

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