Polizei sucht wieder nach vermisster Mutter und Tochter
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Eine Mutter und ihre Tochter sind in München spurlos verschwunden - jetzt beginnt ein Mordprozess.

Leichen bis heute nicht gefunden

München: Frauen seit über einem Jahr spurlos verschwunden - spektakulärer Mordprozess startet

  • vonNico Rading
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Ein Mordprozess ohne Leiche: Roman H. wird verdächtigt, für den Tod seiner Stieftochter und seiner Ehefrau verantwortlich zu sein. Die beiden gelten immer noch als vermisst.

  • In München* kommt es zum Prozess gegen Roman H.
  • Er soll für den Tod seiner Frau und seiner Stieftochter verantwortlich sein.
  • Eine Leiche fehlt - seine mutmaßlichen Opfer werden immer noch vermisst.

München - Maria (41) und Tatiana G. (16) aus Ramersdorf sind seit dem 13. Juli 2019 spurlos verschwunden. Die Staatsanwaltschaft München I glaubt: Sie wurden getötet. Am Montag beginnt der spektakuläre Mordprozess. Ohne dass je eine Leiche gefunden worden wäre… Angeklagt ist Ehemann und Stiefvater Roman H. Nur eine Woche nach dem Verschwinden von Mutter und Tochter wurde er festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft in Stadelheim.

Mutter und Tochter in München vermisst: Mordprozess startet

Die Anklageschrift offenbart schreckliche Details der zur Last gelegten Bluttat. Demnach soll es an jenem verhängnisvollen Samstag am Vormittag zwischen 9.35 Uhr und 10.40 Uhr in der gemeinsamen Wohnung in Ramersdorf zu einem Streit zwischen dem gebürtigen Russen und seiner Ehefrau Maria gekommen sein. Im Verlauf der Auseinandersetzung soll der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft sein Opfer im Flur der Wohnung, vermutlich mit einem Schlag mit einem stumpfen Gegenstand gegen den Kopf, umgebracht haben. Dabei habe der Lagerarbeiter den tödlichen Ausgang billigend in Kauf genommen.

Stieftochter Tatjana blieb zunächst verschont. Sie befand sich zu diesem Zeitpunkt im Sprach-Unterricht in der Innenstadt.

München: Mutter und Tochter vermisst - Prozessbeginn gegen Angeklagten

Ihre Rückkehr soll dann aber auch ihr Todesurteil gewesen sein. Bis dahin soll es dem Angeklagten nämlich noch nicht gelungen sein, die Spuren – insbesondere die Leiche Marias – zu beseitigen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Roman H. seine Stieftochter getötet hat, um die erste Tat zu vertuschen – auch diesmal durch stumpfe Gewalt gegen den Kopf. Anschließend soll er notdürftig die gröbsten Spuren seiner Taten in der Wohnung beseitigt haben.

Gegen 17 Uhr soll er im OBI-Baumarkt an der Wasserburger Landstraße Farbe und Pinsel sowie weiteres Malerzubehör gekauft haben, um Wände im Flur und im Wohnzimmer zur Spurenbeseitigung neu zu streichen. Die Leichen der beiden Frauen soll er anschließend mit dem Auto seiner Frau, einem roten Hyundai i30, weggeschafft haben? Wohin, ist bis heute nicht geklärt. Eine große Suchaktion blieb ohne Ergebnis.

Nach seiner Rückkehr soll H. die Wohnung gründlich gereinigt und unter anderem einen Teppich entfernt haben.

Angeklagt ist Roman H. wegen Totschlags an Maria und wegen Mordes an Tatiana G. Angesetzt sind vor dem Oberlandesgericht 27 Verhandlungstage. - Nico Rading - *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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