Für ein buntes Giesing gingen Bürger am Montagabend auf die Straße. Foto: privat

Anwohner demonstrieren

Obergiesing: Laut und friedlich gegen AfD-Treffen

München - Mehr als 100 Menschen haben am Montagabend laut aber friedlich gegen die regelmäßigen Treffen der AfD im Hohenschwangauer Hof in Giesing demonstriert. Die Infoabende, heißt es, würden auch von Rechtsextremen besucht.  

„Da hört es einfach auf“, schimpft Michael Sporrer, SPD-Fraktionssprecher im Bezirksausschuss Untergiesing. „Dass Rechte sich in ihrem Viertel treffen, müsssen Bürger sich nicht gefallen lassen.“ Viele scheinen das ähnlich zu sehen. Etliche Anwohner folgten dem Aufruf der Initiative „AfD-freies Giesing“, starteten vor der Einfahrt des Gasthofs ein Trillerpfeifen-Konzert und schwenkten Spruchbänder.

Auch die Landtagsabgeordneten Florian von Brunn (SPD) und Katharina Schulze (Grüne), Mitglieder der Linkspartei und der FDP sowie Vertreter die Initiative „Löwen gegen Rechts“ und die Aktionsgruppe Untergiesing nahmen an der Kundgebung gegen die AfD teil. Als nächstes, so kündigten sie an, stünden jetzt Gespräche mit dem Vermieter an.

Ein Gespräch mit dem Wirt, der das Lokal extra am Ruhetag für die AfD-Mitglieder öffnet, gab es bereits. Doch Erfolg hatte die Chefin des Bezirksausschusses Obergiesing, Carmen Dullinger-Oßwald (Grüne) damit offensichtlich nicht. SPD-Mann Michael Sporrer wirft dem Wirt vor, keine Einsicht zu zeigen.

Half oder schadete die Demo?

Die AfD erklärte nun, die Demo habe ihr in die Hände gespielt. Mit mehr als 60 Gästen sei der Infoabend am Montag ein voller Erfolg gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung. „So viel Zuspruch hatten wir noch nie“, erklärt Wolfgang Wiehle, Kreisvorsitzender der AfD im Münchner Süden. Die Demo habe eine Welle der Solidarität ausgelöst.

Sporrer sieht das anders: „Es wurden extra für den Abend Pegida-Anhänger eingeladen“, sagt er. Als unwahr bezeichnet der SPD-Mann zudem die Aussage Wiehles, „dass für extremistische Gedanken in der Partei kein Raum ist und Personen aus dem radikalen Spektrum auf den Info-Abenden nicht willkommen sind“.

Mitglieder der Initiative „AfD-freies Giesing“ haben offensichtlich andere Beobachtungen gemacht. Sie geben an, am Montag Aktivisten aus der Neonazi- und Hooliganszene sowie NPD-Anhänger erkannt zu haben.  

bw

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