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Im Tunnel folgt man der falschen Schreibweise.

Mittlerer Ring

Warum manche Straßenschilder (weiter) falsch geschrieben sind

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München - Die richtige Schreibweise von Straßen folgt Regeln, aber auch bei der Stadt hat man mitunter Probleme damit. Die Passauerstraße ist ein Beispiel, das wir schon länger beobachten.

Eigentlich ist die Regel ganz einfach: Straßen, die nach Personen benannt sind, schreibt man zusammen, also Goethestraße, Schwanthalerstraße, Ludwigstraße (Achtung: Nur ein „s“), oder gekoppelt, etwa Paul-Heyse-Straße. Dient ein Ort als Namensgeber, wird getrennt geschrieben: Berliner Straße, Wolfratshauser Straße, Brienner Straße, Passauer . . . nein, eben nicht! Denn die scheinbar klare Regel birgt heimtückische Fallstricke.

Vor dem Tunnel ist die Straße richtig geschrieben.

Nicht immer ist nämlich so leicht zu erkennen, ob ein Ort oder eine Person als Namensgeber diente. Die knapp zwei Kilometer lange Straße, die sich in Verlängerung der Hansastraße von der Albert-Roßhaupter-Straße bis zur Boschetsrieder Straße durch Sendling zieht, ist eben nicht nach der niederbayerischen Universitätsstadt Passau benannt, sondern nach dem gebürtigen Ingolstädter Anton Passauer. Der war einer der Anführer des bayerischen Volksaufstands gegen die Österreicher. Er führte die Tölzer Schützen anno 1705 in die Sendlinger Mordweihnacht und konnte nach der Niederlage flüchten.

Der Straße sieht man das nicht an. Man muss es eben wissen. Und dieses Wissen ist in der Stadtverwaltung offenbar ungleich verteilt. Wer vom Luise-Kiesselbach-Tunnel kommend durch den Heckenstallertunnel fährt, sieht zunächst einen großen Vorwegweiser, auf dem schwarz auf weiß und korrekt die „Passauerstraße“ aufgedruckt ist. Sekunden später tauchen zwei elektronische Wegweiser auf, die den Autofahrer auf die Ausfahrt zur „Passauer Str.“ hinweisen.

Im Baureferat ist der Fehler längst bekannt, spätestens seit einer Anfrage unserer Redaktion im Dezember 2015, doch man steht vor einem Dilemma: Der Text auf den Leucht-Schildern lässt sich nicht, wie etwa die Zielanzeigen in Bussen und Bahnen, per Computer ändern. Die Schilder müssten abmontiert und im Werk umgebaut werden, teilte das Baureferat mit. Das wäre sehr teuer. Deshalb wurde beschlossen, den Fehler zu belassen, bis die Anzeigen ohnehin einmal überholt werden müssen.

Ein kleiner Trost: Auch anderswo steht man mit der Straßennamen-Rechtschreib-Regel auf Kriegsfuß. So manches renommierte Unternehmen führt die eigene Adresse falsch geschrieben im Briefkopf. Auch Zeitungsredakteure tappen mitunter in die gemeine Straßenfalle. Ein sehr beliebter Fehler: Donnersberger Brücke statt richtigerweise Donnersbergerbrücke – weil benannt nach Joachim Freiherr von Donnersberg (1561–1650), einst Geheimrat und oberster Kanzler des Kurfürsten Maximilian I.

Und was die Wegweisung zur Passauerstraße angeht: Wegen der Schreibweise hat bestimmt noch kein Autofahrer die Ausfahrt verpasst.

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