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Der Biergarten der „Münchner Haupt“ in Sendling, die ab April „Augustiner Schützengarten“ heißt.

Neuer Wirt führt Augustiner ein

Bier in der "Münchner Haupt" bald günstiger

München - Fast drei Jahrzehnte war die „Münchner Haupt“ in der Hand der Familie Zeilermeier. Jetzt übernimmt Christian Schretzlmeier die Sendlinger Gaststätte – und schenkt ein anderes Bier zu günstigeren Preisen aus.

Seit 1406 gibt es die Königlich Privilegierte Hauptschützengesellschaft, seit 1893 hat sie ihren Sitz an der Sendlinger Zielstattstraße 6. Doch nicht nur Schützen kommen hierher – die „Münchner Haupt“ ist als Wirtshaus mit schönem Biergarten eine Institution in Sendling.

Derzeit wird das schmucke Anwesen, das der Hauptschützengesellschaft gehört, für knapp eine Million Euro von Grund auf renoviert. Mitte April will es der neue Wirt Christian Schretzlmeier als „Augustiner Schützengarten“ wieder eröffnen.

Wirtin Gigi Pfundmair und ihr Mann Robert, die den Betrieb 2006 von Gigis Eltern, den Zeilermeiers, übernommen hatten, wollten den Pachtvertrag aus familiären Gründen nicht verlängern – und haben zum 1. März aufgehört. „Nach 27 Jahren verlassen wir dieses wunderschöne Anwesen und gehen einen neuen Weg auf der Reise unseres Lebens“ schreiben sie auf ihrer Homepage.

„Wos sui jetzt des?“, wundert sich ein Stammgast auf der Facebook-Seite der Münchner Haupt, „I mog doch in mein Biergarten, wenn da Schnee wieder weg is!“ Das kann er – allerdings wird dort künftig Augustiner statt König-Ludwig-Helles ausgeschenkt: Bisher war die Schlossbrauerei Kaltenberg von Prinz Luitpold von Bayern Pächter des Anwesens und hatte an die Zeilermeiers beziehungsweise Pfundmairs unterverpachtet.

Übernimmt: Wirt Christian Schretzlmeier, derauch das "Brunnwarts" in Schwabing betreibt.

Warum der Entschluss der Wirte, den Pachtvertrag nicht zu verlängern, gleichzeitig das Ende des Pachtvertrags zwischen der Schlossbrauerei und der Königlich Privilegierten Hauptschützengesellschaft bedeutet, wollte der zweite Schützenmeister Kurt Bürgermeister von der Hauptschützengesellschaft auf Anfrage nicht beantworten. „Wir sehen den Wechsel mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt er. Prinz Luitpold, der auch Mitglied der Schützengesellschaft sei, werde weiter obergäriges Bier liefern, das Augustiner nicht braut. Stefan Leppin, Sprecher der Warsteiner Gruppe, der die Hälfte der Kaltenberger Schlossbrauerei gehört, sagt: „Wir sind sehr glücklich, dass wir weiter König-Ludwig-Weißbier ausschenken dürfen.“

Erfreulich für die Gäste: Der neue Wirt macht das Bier billiger: Das Helle kostet künftig nicht mehr 3,80 Euro, sondern 3,40 Euro. Den Weißbierpreis senkt er von 4,10 auf 3,80 Euro. „Wir wollen sendling-freundlicher werden“, sagt Schretzlmeier.

Er muss sich auch etwas einfallen, schließlich wird es die Attraktion der „Münchner Haupt“, die singende Wirtin, nicht mehr geben: Im Gegensatz zu Gigi Pfundmair, die ausgebildete Sopranistin ist und in der Haupt die Konzertreihe „Gigi und Gäste“ veranstaltet hatte, ist Schretzlmeier nicht musikalisch: „Ich kann leider nicht singen“, sagt der Wirt, der an der Schwabinger Biedersteiner Straße auch den „Brunnwart“ betreibt.

Sobald die Sanierung der Haupt mit ihren 500 Plätzen drinnen und weiteren 2500 Plätzen im Biergarten abgeschlossen ist, möchte Schretzlmeier das Musikprogramm moderner gestalten: „Es wird weiterhin die ein oder andere Blasmusik geben, aber eventuell gehen wir in Richtung Jazz“, sagt der Wirt. Die Speisenkarte dagegen soll bayerisch-bürgerlich bleiben.

von Bettina Stuhlweissenburg

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