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An der Hauswand gegenüber erinnert eine kleine Plakette mit Inschrift an die Weiße Rose.

An der Orleansstraße

Neues Weiße-Rose-Denkmal in Haidhausen geplant

Stadtteilpolitiker wollen wieder eine Erinnerungstafel – falls der Bau der zweiten Stammstrecke nicht im Weg steht.

München - Die Erinnerung an Sophie Scholl und die Weiße Rose soll in Haidhausen nicht verblassen: Voriges Jahr musste eine Gedenktafel mit großformatigen Fotos von Mitgliedern der studentischen Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime am Zaun neben dem Ostbahnhof an der Orleansstraße entfernt werden. Jetzt hat sich der Bezirksausschuss Au-Haidhausen grundsätzlich für eine neue, große Gedenktafel mit möglichst denselben Fotos ausgesprochen, sagt der Vorsitzende im Unterausschuss Kultur, Hermann Wilhelm – „tendenziell“ die gleiche Tafel könnte es werden.

Regenwasser war in die bestehende Plakat-Gedenktafel eingedrungen und hatte sie stark zerstört. Die Stadtteilpolitiker wollen auf eine Erinnerung im Viertel aber nicht verzichten und suchten zunächst nach einer Alternative.

Die Finanzierung des neuen Denkmals würde der BA übernehmen. Es sei allerdings noch nichts konkret entschieden – auch könnten die Vorabmaßnahmen für den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke zur Folge haben, dass der für das Denkmal vorgesehene Platz – ein Zaun an der Orleansstraße – nicht zur Verfügung steht, sagt Wilhelm.

Die Lokalpolitiker wollen deshalb von der Bahn zunächst genauer erfahren, inwiefern der Bereich gegenüber der Hausnummer 65 betroffen sein wird, und sich nochmals beraten. Langfristig gehe es auch um die Frage, ob man möglicherweise ein Stück des Zaunes als Erinnerung an die Weiße Rose erhalten könne, sollte das Gelände später einmal anderweitig bebaut werden, sagt Wilhelm.

Am O stbahnhof verabschiedete Sophie Scholl ihre Freunde , die in einer Studentenkompanie zum Sanitätsdienst an die Ostfront abkommandiert wurden.

Gerade durch den genannten Zaun entsteht bei der Erinnerung an die „Weiße Rose“ der Bezug zu Haidhausen: Sowohl der Zaun als auch die Häuserzeile an der Orleansstraße sind auf den berühmten Bildern mit Sophie Scholl im Hintergrund zu sehen. Es sind Szenen eines Abschiedes am Ostbahnhof, die sich hier abgespielt haben: Am 23. Juli 1942 verabschiedete Sophie Scholl an dieser Stelle ihren Bruder Hans Scholl sowie Alexander Schmorell, Willi Graf und Hubert Furtwängler, die damals als Medizinstudenten in einer Studentenkompanie an die Ostfront geschickt wurden.

Der Zaun steht heute noch – ein improvisiertes Denkmal musste hier weichen.

Zumindest eine kleine Erinnerung an die Weiße Rose gibt es mittlerweile an einem der gegenüberliegenden Häuser: Seit einigen Wochen hängt an der Orleansstraße 61 eine kleine Erinnerungstafel an der Hauswand, die ebenfalls eine der berühmten Szenen mit Sophie Scholl und ihren Freunden zeigt. Auch das Haus mit der Nummer 61 ist darauf zu sehen, genauso wie der gegenüberliegende Zaun. Die Hausbewohner hätten sich für die kleine Tafel engagiert, sagt Wilhelm, in Absprache mit dem Bezirksausschuss wurde sie an der Hauswand angebracht. Die private Initiative kümmere sich darum.

Anne Hund

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