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Mitten im Nußbaumpark neben der Matthäuskirche gab sich das Pärchen seiner körperlichen Lust hin

Sex zwischen Kirche und Spielplatz amüsiert Richterin

München - Ein Pärchen hatte in einem Park zwischen Kirche und Spielplatz vor den Augen zahlreicher empörter Münchner Sex. Die zuständige Richterin zeigte sich amüsiert - und verlieh der Verhandlung mit ihren Kommentaren erst richtig Würze.

Peinlich berührt von ihrem allzu freizügigen Verhalten hält die junge Frau auf der Anklagebank ihre Hände vors Gesicht. „Ja“, quetscht Elisabeth H. hervor, „so war’s.“ Sie habe Stress in ihrer Ehe gehabt und der Tobias auch, „da ist das eben so entstanden.“ Das, was sich aus den Beziehungsproblemen der beiden entwickelte, hatte am 5. Juni 2011 zahlreiche Münchner entsetzt, denn das Pärchen gab sich seiner körperlichen Lust hin – alkoholbedingt recht enthemmt, mitten im Nußbaumpark.

Nur fünf Meter von der Matthäuskirche entfernt und in Sichtweite eines Kinderspielplatzes ließen sich die beiden gegen 17.30 Uhr heftig kopulierend auf dem Rasen nieder. Zahlreichen Passanten, darunter auch Eltern mit ihren Kindern und Gläubige auf dem Weg zur Kirche, trieb es dabei die Schamesröte ins Gesicht. Aufgebracht riefen gleich mehrere Leute die Polizei. Es folgte eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses.

Vor dem Amtsgericht erscheint am Donnerstag allerdings nur die 27 Jahre alte Elisabeth H., die letztlich mit einer Geldstrafe davonkommen wird. Wo denn Tobias H. abgeblieben sei, fragt Richterin Karin Jung. Elisabeth H. zuckt mit den Schultern. Den habe sie zwar am Gerichtseingang mit seiner Freundin gesehen, wisse aber nicht, wo er abgeblieben sei. Jung nickt kurz und muss dann grinsen. Da hoffe sie nur, meint die Richterin, dass Tobias H. mit seiner aktuellen weiblichen Begleitung nicht wieder auf ähnliche Gedanken komme.

Dann wendet sich Jung wieder dem grotesken Geschehen an jenem Julitag zu. „Der Ort war denkbar schlecht gewählt zwischen Spielplatz und Kirche“, meint sie. „Da hilft auch die Missionarsstellung nicht darüber hinweg.“ Sichtlich amüsiert lässt sich Jung den Vorfall von Elisabeth H. schildern. „Ich war schon so dicht“, sagt diese. Passanten, vor allem Kinder habe sie gar nicht wahrgenommen. „Ich habe ja nicht einmal registriert, dass ein Kumpel von mir direkt an uns vorbeigegangen ist“, berichtet sie. Dieser habe sie am nächsten Tag angesprochen. „Das ist so peinlich.“

Jung schmunzelt. Ein Liebesspiel im viel frequentierten Park – „mir wäre es ja in dem Moment peinlich gewesen“, sagt sie. Elisabeth H. antwortet nicht, schlägt wieder die Hände vors Gesicht. Sie wolle sich entschuldigen für das etwas unerquickliche Ereignis, meint sie. Und außerdem wolle sie jetzt endlich ihr Leben ändern.

Ein Leben ohne Alkohol und Heroin und damit auch ohne weitere Straftaten schwebt der wegen Drogen vorbestraften Frau vor. Seit einer Woche sei sie jetzt clean und sehr stolz auf sich. „Ich will zu meinen Eltern, dort eine Therapie machen und als Malerhelferin arbeiten.“ Von ihrem Mann lebe sie jetzt getrennt, übernachte derzeit meist bei einem Freund.

Sie sei damals in einer schweren Lebensphase gewesen, habe an jenem Tag ab morgens Alkohol getrunken und außerdem jede Menge Tabletten eingeschmissen, berichtet Elisabeth H. weiter. Vor allem der Stress mit ihrem Mann habe ihr zugesetzt. Tobias sei es ebenso ergangen. So etwas verbindet offenbar – manchmal eben intensiver.

Die Staatsanwältin findet das alles nicht lustig. „Viele Leute haben Beziehungsprobleme, aber sie bewältigen das auf andere Weise“, wirft sie ein und fordert eine dreimonatige Haftstrafe. Immerhin hätte das Pärchen das sittliche Empfinden vieler Passanten verletzt.

Richterin Jung jedoch hält eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 10 Euro für ausreichend. Sie sieht das öffentliche Liebesspiel recht locker. „Ich hoffe nur, dass das nicht beispielhaft für alle Münchner Paare ist, die Eheprobleme haben“, sagt sie. „Sonst sind die Parks bald wild bevölkert."

Bettina Link

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