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Heiß umworben wird Siemens wegen seines Sportparks in Obersendling. Auch die Stadt bietet mit.

Stadt soll kaufen

Siemens-Areal in Obersendling: Die Angst vorm Investor

München - Lange war es still um den Hermann-von-Siemens-Sportpark in Obersendling. Doch nun kocht das Thema wieder hoch. Die Angst vor einer Übernahme durch einen Investor wächst. Die Stadt soll deshalb ihre Bemühungen forcieren, das Areal zu kaufen.

Das zähe Ringen um die Übernahme des rund 14 Hektar großen Sportareals südlich der Siemensallee zieht sich nun schon fast fünf Jahre hin. Zu Beginn der Gespräche schien ein schneller Vertragsabschluss möglich. Doch dieser scheiterte laut Referat für Bildung und Sport (RBS) bisher „aufgrund sehr unterschiedlicher Vorstellungen über den Kaufpreis und andere Kaufbedingungen“. Viele Bürger und der Bezirksausschuss (BA) Thalkirchen- Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln befürchten, dass am Ende doch ein Investor und nicht die Stadt bei den Verkaufsverhandlungen das Rennen machen könnte.

Die endgültige Entscheidung wird mit Spannung erwartet: „Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr das Thema vom Tisch bekommen“, sagt Siemens-Sprecher Guido Jagusch. Siemens hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass der Konzern auch mit anderen Interessenten verhandelt. „Wir sind unseren Aktionären verpflichtet und können das Areal nicht verschenken“, so Jagusch. „Aber wir halten natürlich in Richtung Stadt alle Optionen offen.“ Es werde versucht, die Interessen aller Beteiligten zu berücksichtigen.

Eine aktuelle Stadtratsvorlage des Referats für Bildung und Sport untermauert, dass die Stadt die Verhandlungen mit Siemens fortführen soll. Ziel sei weiter, „die ehemalige Betriebssportanlage als öffentliche Sport- und Grünfläche zu entwickeln und für Bürger zu öffnen“. Druck macht auch der BA: Die Stadt soll „die Kaufverhandlungen forcieren und den Erwerb baldmöglichst abschließen“, heißt es in einer Stellungnahme. „Der Sportpark als ortsnahes, kostenfreies Bewegungsangebot ist in so einem dicht besiedelten Gebiet unabdingbar und für die Bewohner dringend notwendig.“ Alternative Flächen gebe es nicht.

Investoren schwebt etwas anderes vor: Golfplätze, Fitness-Tempel, Luxus-Sporthotels – solche Ideen kursierten bereits. Doch der Sportpark ist kein Grundstück der unbegrenzten Möglichkeiten. „Ich sehe dort keine anderen Nutzungsmöglichkeiten als die früheren“, sagt BA-Chef Ludwig Weidinger (CSU). „Es handelt sich nicht um Bauerwartungsland.“

Das gesamte Areal ist seit 1964 Landschaftsschutzgebiet. Sogar eine Erweiterung ist geplant. „Wir erarbeiten dazu derzeit eine Vorlage für den Stadtrat“, sagt Ingo Trömer, Sprecher des Planungsreferats. Die Forderung danach hat der BA in einem Dringlichkeitsantrag erneut bekräftigt: Die Flächen östlich und südlich des Sportparks sollen ebenfalls als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden.

Brigitta Wenninger

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