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Kompromisslösung: Im Abschnitt zwischen Rosenheimer Platz und Orleansstraße soll Tempo 30 gelten. 

Kompromiss-Lösung gefunden

Tempo 30 statt Radweg: Wende im Streit um Rosenheimer Straße

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München - Spektakuläre Wende im Hickhack um den Radweg an der Rosenheimer Straße: Die Koalitionspartner CSU und SPD haben sich darauf geeinigt, das Fünf-Millionen-Projekt zu beerdigen und in dem diskutierten Straßenabschnitt stattdessen Tempo 30 anzuordnen. Ein Kompromiss, den Bürger und Umweltverbände gefordert hatten.

Die Rosenheimer Straße zwischen Orleansstraße und Rosenheimer Platz gilt als eine der gefährlichsten Strecken für Münchens Fahrradfahrer. 29.000 Autos sind hier täglich unterwegs, außerdem 3800 Fußgänger und 2100 Radler. Spätestens seit 2011, als eine 23-jährige Radfahrerin beim Einfädeln auf die Straße von einem Lkw überrollt wurde und starb, wird über eine Lösung des Problems diskutiert.

SPD und CSU einigten sich 2014 in ihren Koalitionsverhandlungen darauf, einen Radweg einzurichten. Seitdem ging es hin und her. Die CSU wollte die Fahrradfahrer über den Weißenburger Platz schicken, SPD und Verwaltung in der Rosenheimer Straße zwei Fahrspuren den Radlern opfern. Der Kompromiss sah so aus: Alle vier Fahrspuren sollten bleiben, die Parkplätze Lieferzonen auf den Gehwegen weichen, was auch das Ende von 20 Ahornbäumen bedeutet hätte.

Zuvor gab‘s Kritik an Schmalspur-Lösung

Von Umweltverbänden, Anwohnern und den Grünen wurde diese Lösung als Schmalspur-Radweg kritisiert. Auch das Kreisverwaltungsreferat hatte große Bedenken. Der Verkehrsclub Deutschland schlug schließlich vor, auf den fünf Millionen Euro teuren Umbau zu verzichten und stattdessen Tempo 30 in der Straße zu verhängen. Bei einer Einwohnerversammlung im Herbst wurde dieser Idee zugestimmt, auch der Bezirksausschuss hält das für die bessere Lösung. 

Seit Montag auch die Rathausfraktionen von CSU und SPD. „Wir werden einen Verkehrsversuch beschließen“, bestätigte SPD-Fraktionschef Alexander Reissl. „Eigentlich wäre das bei einer Durchgangsstraße wie hier nicht möglich, aber das Innenministerium hat uns erklärt, dass wir dies städtebaulich begründen dürfen, um einen Präzedenzfall zu vermeiden.“ Das heißt, dass einige Kreuzungspunkte umgebaut werden müssten. Wieso man sich nun geeinigt hat? „Wir müssen jetzt entscheiden, weil das Projekt sonst nicht mehr vor der nächsten Kommunalwahl fertiggestellt wird.“ Wenn die Autos langsamer fahren, könnten sich die Radler gefahrloser bewegen, so Reissl. Die CSU bestätigte die Einigung.

Sogar die Opposition ist zufrieden

Sogar die Opposition ist zufrieden: Bevor man fünf Millionen Euro für eine „unsinnige Planung“ mit zu schmalen Geh- und Radwegen ausgebe, sei Tempo 30 eine akzeptable Zwischenlösung, sagte Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher. Christian Grundmann vom Umweltverband Green City sprach von einem „gangbaren Kompromiss“ im Hinblick auf den Sicherheitsaspekt sowie die Abgas- und Lärmminderung.

Klaus Vick, Johannes Welte

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