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Auf dem Parkplatz an der Siebenbrunner Straße (Flamingo-Eingang) soll das Parkhaus entstehen.

Kritik an Aufsichtsrats-Chefin Strobl

Tierischer Ärger wegen Tierpark-Parkhaus

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München - Der Tierpark Hellabrunn will ein Parkhaus bauen lassen. Der Aufsichtsrat hat Geld für die Planung freigegeben. Dafür erntet Aufsichtsrats-Chefin Christine Strobl (SPD) nun Kritik aus der eigenen Partei.

Der Tierpark Hellabrunn treibt sein schon länger diskutiertes Parkhaus-Projekt voran. In seiner jüngsten Sitzung hat der Aufsichtsrat des Zoos mehrere Zehntausend Euro für die weiteren Planungsschritte freigegeben. Die Aufsichtsrats-Vorsitzende, Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD), erntet dafür Kritik aus den eigenen Reihen. Florian von Brunn, SPD-Landtagsabgeordneter und Münchner Partei-Vize, will gegen das Parkhaus „auf die Barrikaden gehen“. Der Zoo liegt in seinem Stimmkreis.

Bürgermeisterin Christine Strobl

Das Für und Wider eines Parkhauses am Münchner Tierpark ist strittig. Hellabrunn-Chef Rasem Baban sieht einen „eindeutigen Bedarf“, insbesondere auch, um die Bewohner der umliegenden Straßen des Tierparks zu entlasten. Denn viele Besucher parken ihre Autos dort, wenn die rund 1200 Plätze auf den beiden Parkplätzen an der Siebenbrunner Straße östlich des Zoos sowie an der Tierparkstraße nördlich belegt sind. Das Parkhaus, das auf der Fläche an der Siebenbrunner Straße errichtet werden würde, soll bis zu 1500 Fahrzeuge aufnehmen können.

Fakt ist aber, dass viele Tierpark-Besucher, die mit dem Auto kommen, sich gerne die Gebühren sparen und auch darum in den angrenzenden Straßen auf Parkplatzsuche gehen. Daran, so glauben Parkhaus-Gegner, wird sich auch künftig nichts ändern. „Es ist das völlig falsche Signal, Tierpark-Besucher mit einem Parkhaus eine Anreise mit dem Auto statt den öffentlichen Verkehrsmitteln nahezulegen“, zürnt von Brunn seiner Parteifreundin Strobl. Diese solle über die Aufgabe als Aufsichtsrats-Vorsitzende des Tierparks nicht ihre Verantwortung als Bürgermeisterin für die Anwohner außer Acht lassen. Außerdem seien es pro Jahr vielleicht 20, maximal 25 Tage, an denen die derzeitigen Parkplätze nicht ausreichen würden.

Ähnliche Bedenken hat auch die Kreisgruppe München des Bund Naturschutzes. „Das private Auto kann nur die absolute Ausnahme zur Anreise in den Tierpark sein“, findet dessen Geschäftsführer Rudolf Nützel. Aus seiner Sicht wären eine Verbesserung der öffentlichen Erreichbarkeit oder die Einführung eines MVV-Kombitickets inklusive Tierpark-Eintritt weitaus sinnvollere Maßnahmen.

Strobl nimmt die Kritik zur Kenntnis, bleibt aber bei ihrer Sichtweise: Besonders auch an besucherstarken Tagen müssten Familien, die aus ganz Oberbayern kämen, mit dem Auto zum Tierpark fahren können – so sei nun einmal die Realität. Und schließlich habe der Tierpark auch jetzt schon mit der U-Bahnstation Thalkirchen einen öffentlichen Verkehrsanschluss in absoluter Nähe.

Laut Zoo-Chef Baban werden nun mit dem vom Aufsichtsrat freigegebenen Geld die nächsten Planungsschritte angegangen. Baban schwebt ein „vollständig recycelbares Parkhaus“ vor – mit einem Gründach, begrünter Fassade und im Inneren einer Art Biotop. Vermutlich drei oberirdische Etagen sollte der Bau haben. Doch das dürfte teuer werden. Zu teuer, fürchten auch die Parkhaus-Gegner. Von Brunn skizziert darum bereits das Horror-Szenario eines „Betonklotzes“.

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