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Kran-Park am „Südpark“: Die Großbaustelle an der Ecke Drygalski-Allee/Boschetsrieder Straße.

Das bringt das Jahr dem Stadtbezirk

Obersendling bis Fürstenried: 2017 wird gebaut

München - Der Münchner Süden wächst enorm – für den Stadtbezirk 19 wird 2017 das Jahr der Bauprojekte. Ein dazu passendes Verkehrskonzept lässt aber auf sich warten. 

Angekündigt hatte das Planungsreferat es für Ende 2013. Doch das verkehrspolitische Gesamtkonzept für den Münchner Südenlässt auf sich warten. Sehr zum Ärger vieler Bürger im Stadtbezirk Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln, die über das zunehmende Chaos auf den Straßen klagen. Voraussichtlich im März will die Stadt das Konzept nun endlich vorlegen.

Neues am Ex-Siemens-Standort 

Die Planungen für das neue Quartier „Hofmann Höfe“ laufen 2017 weiter. Die Patrizia entwickelt es am ehemaligen Siemens-Standort in Obersendling. Rund 9,3 Hektar ist das Areal zwischen der Hofmannstraße und der Baierbrunner Straße groß. 1000 Wohnungen sowie Grünflächen, Geschäfte, Gastronomie, Freizeit- und Betreuungseinrichtungen werden dort entstehen. Der Siegerentwurf sieht sieben Hochhäuser mit bis zu 13 Geschossen vor. 2017 beginnt der Rückbau, der Neubaustart soll 2018 sein.

Das seit Jahren leerstehende, ehemalige Siemens-Hochhaus an der Baierbrunner Straße wird umgewandelt. Im September 2015 hatte die Isaria Wohnbau AG den 75 Meter hohen Büroturm übernommen. Im „South One“, so der neue Name, werden rund 270 Wohnungen, eine Kita und Gastronomie entstehen. 2017 erfolgt der Vertriebsstart, bis 2021 soll alles fertig sein.

Neues Quartier auf dem Eon-Areal

Auf dem ehemaligen EON-Areal an der Drygalski-Allee und der Boschetsrieder Straße haben die Bauarbeiten bereits begonnen. Dort entsteht das neue Quartier „Am Südpark“. In Zusammenarbeit mit der Stadt realisieren der Projektentwickler Accumulata Immobilien Development sowie die Gewofag auf der ehemaligen Brache rund 1100 Wohnungen. Zudem entstehen Grünflächen, ein urbanes Zentrum mit 300 Tiefgaragenstellplätzen, Arztpraxen, Büros und Flächen für Einzelhandel. Im nördlichen Bereich wird ein Familienzentrum gebaut. Ende 2019 soll alles fertig sein.

Wohnungen auf dem Großparkplatz?

Für Diskussionen dürfte 2017 ein weiteres größeres Bauprojekt in Obersendling sorgen: Eine Bauträgergesellschaft will den früheren Siemens-Großparkplatz an der Gmunder Straße bebauen. Geplant ist ein Wohngebiet mit 40.000 Quadratmetern Geschossfläche. In der ersten Hälfte dieses Jahres wird dazu ein Wettbewerb starten.

Baustart beim Sparkassen-Areal

Bereits erfolgt ist der Baustart auf dem Sparkassen-Arealin Fürstenried Ost. Das rund 16 000 Quadratmeter große Areal zwischen Berner Straße, der Züricher Straße und der Winterthurer Straße wird städtebaulich neu geordnet. Es entstehen ein Wohn- und Geschäftshaus mit einer Nutzfläche von 11 000 Quadratmetern sowie rund 70 neue Wohnungen. 2017 soll der erste Bauabschnitt fertig sein, 2019 der zweite.

Das Einkaufszentrum kommt weg

Das in die Jahre gekommene Einkaufszentrum an der Machtlfinger Straße wird abgerissen. Die Eigentümergesellschaft verhandle derzeit noch mit der Lokalbaukommission darüber, wie es an dem Standort konkret weitergeht, so Michael Kollatz (SPD), Vorsitzender des Unterausschusses Bau und Planung im Bezirksausschuss 19. „Wir gehen davon aus, dass ein neuer Großhandelsmarkt und Wohnungen entstehen.“

Wird der Ratzingerplatz endlich schöner?

Auch die Planungen für den Ratzingerplatz in Obersendling laufen heuer weiter. Der als Schandfleck geltende Bereich und seine Umgebung sollen umgestaltet und mit verschiedenen Angeboten und Funktionen ausgestattet werden. Angeregt durch den Bezirksausschuss, wird auf der rund 13,2 Hektar großen Gesamtfläche nicht nur ein Quartierszentrum mit Promenade geschaffen, sondern auch ein Gymnasium und eine Grundschule. Zudem wird die Feuerwehrschule erweitert, die Arbeiten dafür starten 2017.

Bildung und Kultur für Junge 

In einem früheren Gewerbekomplex an der Schertlinstraße entsteht das Integrationsprojekt „Junges Quartier Obersendling“. Der Baustart ist erfolgt, ab 2018 sollen in dem Bildungs-, Begegnungs- und Kulturzentrum junge Menschen mit und ohne Fluchthintergrund gemeinsam leben und lernen. Derzeit wohnen in den Gebäuden noch 700 Flüchtlinge. Sie sollen bis Mai 2017 in andere Unterkünfte umziehen. 

Brigitta Wenninger

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