Dreiste Masche zielt auf Senioren ab

Falsche Polizisten in München: Betrügersuche über Facebook

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Das Amtsgericht hat einen Helfer falscher Polizisten zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt - es ist kein Einzelfall.

München - Der Mann sollte das Geld einer Münchner Seniorin übernehmen und anschließend zu den Hintermännern in der Türkei transferieren. Die Polizei bekam aber rechtzeitig Wind davon und konnte dem Boten eine Falle stellen. Das Unglaubliche daran: Die Betrüger werben ihre Helfer inzwischen unverhohlen über soziale Netzwerke an.

Insgesamt 4,3 Millionen Euro Schaden haben falsche Polizisten im Jahr 2017 in München verursacht. Aus dem Ausland rufen deutschsprachige Betrüger Münchner Senioren an, die sie im Telefonbuch nach alt klingenden Vornamen aussuchen. Anschließend setzen sie diese massiv unter Druck.

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„Herr Bach“ machte Seniorin Angst vor Kriminellen

Im aktuellen Fall machte ein Anrufer aus der Türkei eine Sollner Witwe glauben, Kriminelle hätten vor, ihr Konto zu plündern. Der Anrufer, der sich als ein „Herr Bach“ von der Polizei ausgab, forderte die Seniorin auf, ihr gesamtes Geld von der Bank mit nach Hause zu nehmen, weil es dringend auf Fingerabdrücke untersucht werden müsse, um die angeblichen Täter überführen zu können.

Hierdurch in massive Furcht versetzt, hob die Geschädigte ihr gesamtes Erspartes von 16.000 Euro ab und informierte den angeblichen Polizeibeamten am Telefon darüber.

Geldboten werden verhaftet

Schwierig werden solche Fälle für die echten Ermittler später dadurch, dass sie oft nur die Abholer oder Geldboten verhaften können, nicht aber die Hintermänner im Ausland, die den Trickbetrug organisieren. Auch im vorliegenden Fall lief es so ab. Die Hintermänner warben über Facebook einen Abholer an. Dem Interessenten, so das Gericht, sei offen mitgeteilt worden, dass es sich um eine kriminelle Sache handle. Ihm wurden 4000 Euro versprochen, wenn er das Geld von der Seniorin abhole. Dumm für die Betrüger: Der angeworbene Bote ließ sich nur zum Schein darauf ein und informierte die Polizei. Bei einer fingierten Übergabe an einen weiteren Boten an einer Tankstelle in Andernach wurde dieser festgesetzt. Er hätte das Geld der Seniorin in die Türkei transferieren sollen – für 1000 Euro Beteiligung.

Der Verurteilte gab zuerst an, nicht gewusst zu haben, dass es sich um Geld aus einem Trickbetrug handelte. Diese Version ließ sich im Prozess aber nicht halten. Die Hintermänner in der Türkei freilich blieben erneut unbehelligt. Die Sollner Witwe bekam ihr Geld zurück.

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Mein Fürstenried/Forstenried/Solln“.

Rubriklistenbild: © dpa / Roland Weihrauch

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