Elefantenbulle Gajendra trifft wieder auf Elefantendamen. fkn

Gajendra wieder auf Reisen

Hellabrunner Elefant nach Hamburg umgezogen

München - Weil das Elefantenhaus im Tierpark Hellabrunn saniert werden muss, zog der Münchner Elefantenbulle Gajendra (20) Anfang 2011 in den Leipziger Zoo. Jetzt musste das tonnenschwere Tier erneut transportiert werden.

Seit Dienstag lebt der Bulle Gajendra im Zoo Hamburg Hagenbeck. Gut für Gajendra: Denn dort wird er auch wieder Kontakt zur Elefanten-Damenwelt bekommen.

Eine schwere Aufgabe hatte der Leipziger Zoo am Dienstag zu bewältigen: Gajendra, 4,7 Tonnen Lebendgewicht, musste umziehen. Der Grund: Zwei Bullen waren für die Herde in Leipzig und die räumlichen Möglichkeiten im Zoo auf Dauer zu viel.

Transportiert werden kann ein Koloss wie Gajendra aber nur in einem Spezialcontainer, der auf einen Lkw verfrachtet wird. Für den tierischen Umzug waren extra zwei ihm vertraute Tierpfleger aus Hellabrunn nach Sachsen gereist. „Gajendra ist mit Futter in den Container gelockt worden“, berichtet Christiane Reiss, Sprecherin des Tierparks Hellabrunn. „Das hat wunderbar geklappt.“ Anschließend sei der Container mit einem Autokran auf den Laster gehoben worden. Beruhigungsmittel brauchte der Elefantenbulle aber nicht für die 400 Kilometer weite Reise nach Hamburg. Reiss: „Er hat es erstaunlich cool hingenommen.“

Vielleicht ja auch, weil er ahnte, dass in Hamburg Elefantendamen auf ihn warten. Der Tierpark Hagenbeck braucht Gajendra für seine Arterhaltungszucht, sagt Tierpark-Sprecherin Eveline Düstersiek. Der Hamburger Elefantenbulle Hussein (40) war 2012 gestorben. „Hier ist er nun wirklich der Hahn im Korb“, sagt sie. Sechs erwachsene Kühe - Yashoda, Thura, Lai Sinh, Kandy, Shila und Salvana - warten auf ihn.

In Leipzig hatte der Münchner Bulle dagegen keinen Kontakt zu den Elefantenkühen. Dort hat nämlich Bulle Naing Thein (32) das alleinige Sagen. „Wir sind froh, dass Gajendra nun auf Damen trifft, das wird ihn ruhiger machen“, sagt Hellabrunn-Sprecherin Reiss.

Kontakt zum weiblichen Geschlecht hatte der Bulle auch in München, wo er seit 1994 lebte, regelmäßig. Für Nachwuchs hat der asiatische Elefant hier auch schon gesorgt. Seine beiden Töchter Jamuna Toni und Lola starben allerdings - beide nur wenige Monate alt. Jungbulle Ludwig wird im Mai zwei Jahre alt.

Gajendras Umzug nach Leipzig war plötzlich gekommen. Denn im Dezember 2010 stellte sich heraus, dass das denkmalgeschützte, 100 Jahre alte Elefantenhaus in Hellabrunn total marode ist. Schnell war klar, dass im rasch aufgebauten provisorischen Elefantenstall nur die Elefantendamen unterkommen können. Die millionenschwere Sanierung des von Gabriel von Seidl errichteten denkmalgeschützten Elefantenhauses mit der Kuppel soll nach Tierparkangaben möglichst Ende 2014 abgeschlossen sein. Dann soll Gajendra zurück nach München kommen.

Jetzt aber schnuppere er erste einmal Hamburger Luft, sagt Hagenbeck-Sprecherin Düstersiek. „Er ist ruhig und zufrieden“, sagt sie. Wenn sich der Bulle an seine neue Umgebung und die neuen Pfleger gewöhnt habe, werde es erste Vesuche geben, ihn am „Schmusegitter“ in Kontakt mit den Damen zu bringen. „Dann heißt es: Münchner Bua trifft Hamburger Deern“, sagt Düstersiek und lacht.

Caroline Wörmann

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