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Die Nachbarn fürchten Schatten und um ihren Alpenblick: Neben dem alten Siemens-Hochhaus (Mitte) sieht der neue Entwurf sieben Hochpunkte vor.

Obersendling

Hofmann-Höfe: Schatten über neuen Plänen

München - Die Pläne für die Hofmann-Höfe sind nach diverser Kritik überarbeitet worden. Bei einer Vorstellung der neuen Entwürfe gab es abermals lange Gesichter in Obersendling.

Vorausgegangen waren Anwohner-Klagen, dass ihnen die neuen Hochhäuser die Sicht auf die Alpen nehmen würden. Die Architekten ordneten die Türme neu an. Doch der neue Masterplan für das Quartier, das früher als Campus Süd bezeichnet wurde, stößt nun ebenfalls auf Ablehnung. Viele Bürger fordern sogar, dass die Änderungen wieder rückgängig gemacht werden.

Fünfstöckig sind auch in den überarbeiteten Plänen die meisten Gebäude.

In dem neuen Quartier, das das Unternehmen Patrizia auf dem Areal nördlich der Siemensallee und westlich der Baierbrunner Straße baut, entstehen rund 1000 neue Wohnungen, Einzelhandel, Dienstleistungsangebote und soziale Einrichtungen. Der Siegerentwurf stammt aus dem Architekturbüro Rapp+Rapp aus Amsterdam. Er sieht eine durchgehend fünfgeschossige Gebäudestruktur mit sieben bis zu dreizehnstöckigen Hochhäusern vor. Teil des neuen Quartieres ist das ehemalige Siemens-Hochhaus. In dem einstigen Büroturm wird die Isaria Wohnbau AG rund 270 Wohnungen, Gastronomie, Läden, Kitas und ein Multigenerationenzentrum schaffen. Der Baustart für das Quartier soll Ende 2017 oder Anfang 2018 sein. Fertigstellung soll in mehreren Bauabschnitten bis voraussichtlich 2026 sein.

Bei der Kritik am letzten Entwurf ging es vor allem um die Sicht von den benachbarten Häusern aus in Richtung der Alpen. „Wir haben nun versucht, das Ganze aus dem Blickwinkel der Anwohner zu sehen“, erklärte der Architekt Christian Rapp. Genau aus diesem Grund seien einige der Hochpunkte verschoben und gedreht worden. Allerdings ruft das nun ebenfalls Unmut hervor. Dieses Mal beschweren sich auch Bürger, die im benachbarten Quartier „Südseite“ wohnen. Sie kritisierten, dass sie künftig von ihren Balkonen aus nicht mehr den Sonnenuntergang genießen können. Und die im Westen fürchten, nichts mehr vom Sonnenaufgang mitzubekommen. „Es wurde null Rücksicht auf die Anwohner genommen“, schimpfte ein Besucher der Infoveranstaltung am Montagabend.

Die Planer versuchen die Wogen zu glätten. „Wir werden die Kritik mitnehmen“, versprach Marion Wolfertshofer vom Planungsreferat. Auch Rapp versicherte: „Wir können gern noch ein paar Standpunkte überprüfen.“

Positiv von den Bürgern aufgenommen wurde, dass südlich des Siemens-Hochhauses im neuen Entwurf kein weiterer Turm entstehen wird. Für viele beruhigend ist auch, dass sich an der geplanten Höhe der niedrigen Gebäude nichts ändern soll. „Es bleibt bei fünf Geschossen“, erklärte Patrizia-Regionalleiter David Christmann. Sicher ist auch, dass die Hofmannstraße künftig keinen Schleichverkehr anziehen wird. Rapp: „Sie bleibt eine Stichstraße.“

Ebenfalls keine Kritik gab es bei der Veranstaltung an den Umwandlungsplänen für das markante Siemens-Hochhaus. Die jetzige Optik soll möglichst erhalten werden, auf dem Dach ist ebenfalls Gastronomie geplant. Was die Wohnungen in dem Turm einmal kosten werden, ist noch nicht bekannt. In etwa einem Jahr will die Isaria ein Exposé vorlegen.

Brigitta Wenninger

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