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Politiker Hans Jürgen Gerhards (65) beklagt, dass freilaufende Hunde am Hinterbrühler See viele Schwäne reißen.

Ärger auf zwei Gassistrecken

Hundekrieg im Idyll: Streit um Leinenzwang eskaliert

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Idyllisch liegt er an der Isar. Eigentlich könnte es so schön sein am Hinterbrühler See. Doch immer wieder eskalieren hier Streitereien zwischen Hundehaltern und Spaziergängern.

München - Gerade erst soll ein Hund einen jungen Schwan zerrupft haben. Von mehreren Seiten kommt jetzt die Forderung nach einem Hundeverbot um den Hinterbrühler See. Denn oft halten sich Hundebesitzer nicht an die Leinenpflicht, die im Naturschutzgebiet seit Jahren besteht. Die Folge: verängstigte Fußgänger, gewilderte Schwäne und andere tote Tiere, die Naturschützer seit Jahren um den See finden und dokumentieren. 

Streitschlichter des Allparteiliches Konfliktmanagements in München (AKIM) versuchen seit Jahren, die Probleme zu lösen. Bisher ohne Erfolg. „Ich sehe ein Hundeverbot mittlerweile als einzige Lösung, denn die Besitzer halten sich einfach nicht an die Leinenpflicht“, sagt Hans Jürgen Gerhards (SPD) vom Bezirksausschuss Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln (BA 19). Ihn erreichen immer mehr Beschwerden.

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„Die Tiere hier im Biotop werden massiv gestört.“ Und nicht nur die, sondern auch andere Spaziergänger. „Ich habe mit vielen gesprochen, die wirklich Angst vor den Hunden haben. Vor allem Eltern sorgen sich um ihre Kinder.“ Bereits 2013 hatte sich der BA 19 in einem Antrag an die Stadt für strengere Regeln und Kontrollen in dem Areal ausgesprochen. „Diese Forderung ging jedoch leider nicht durch bei der Stadt.“ 

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Ein Zaun um den See wäre nur die allerletzte Möglichkeit

Polizisten machen auf ihren Streifen regelmäßig Stopp am See. Weiteren Handlungsbedarf sieht die Polizei allerdings nicht. Klaus Pfeuffer, Chef der Kontaktbeamten der Polizeiinspektion 29, erklärt: „Eine strengere Regel oder mehr Kontrollen brauchen wir hier nicht.“ Bei einem Verbot würden die Hunde  ein paar Meter weiter an der Isar sein. „Und auch da gibt es Wildvögel und Menschen, die sich durch die Hunde gestört fühlen.“ Pfeuffer ist selbst Hundebesitzer und sagt: „Den Jagdtrieb kann man nie ganz ausschalten. Es kann immer mal wieder vorkommen, dass ein Vogel gerupft wird.“ Am Hinterbrühler See seien die Konflikte aber nicht schlimmer als in anderen Gegenden. 

Ulrike Flindt, Krankenschwester aus München, sagt: „Man sieht hier eigentlich nur Familienhunde, zum Beispiel Golden Retriever, und keine Kampfhunde. Ich wurde aber auch schon häufiger angehalten, meinen Hund anzuleinen. Und das mache ich auch.“

Die Streitschlichter des AKIM nehmen die Konflikte ernster: „Wir sind vor Ort, zeigen Präsenz und sprechen mit den Beteiligten“, erklärt Leiterin Brigitte Gans. Ein absolutes Verbot oder einen Zaun um den See will sie vermeiden. „Das wäre nur die allerletzte Möglichkeit.“ Ihr Ansatz lautet: „Mit den Menschen vor Ort sprechen. Aufklären. Ansprechpartner sein und Verständnis zeigen.“ Bis wieder Frieden am Hinterbrühler See einkehrt, scheint es noch ein langer Weg... 

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „

Thalkirchen – mein Viertel“.

Andrea Lindner

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