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Erschossen: Der irakische Unternehmer  Salam S. (35).

Polizei verhaftet drei Verdächtige

Mord in Fürstenried: Wurde das Opfer aus Eifersucht erschossen?

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Der Mord an einem Deutsch-Iraker in Fürstenried hielt Mitte Mai die Stadt in Atem. Nun verhaftete die Polizei drei Männer. Und äußerte einen Verdacht hinsichtlich des Motivs.

München - Drei Wochen nach dem mysteriösen Mord an dem Deutsch-Iraker Salam S. (35) in Fürstenried hat die Mordkommission drei Iraker festgenommen. Die Brüder - ein Münchner Geschäftsmann (51) und ein Münchner Friseur (45) - sowie deren Neffe (43) aus Reutlingen/Baden-Württemberg sitzen wegen des Verdachts des Mordes und der schweren Brandstiftung in U-Haft. Alle drei schweigen. Dennoch zeichnet sich ein Motiv ab: Ehrenmord! Denn Salam S. soll eine heimliche Liaison mit der Ehefrau des 51-Jährigen gehabt haben.

Salam S. kam im Jahr 2002 auf der Flucht vor dem Krieg im Irak nach München. Er betrieb ein Dienstleistungsgewerbe für Supermärkte und beschäftigte zuletzt zehn Mitarbeiter. Er pflegte viele Kontakte und Freundschaften zu Landsleuten - auch zu dem Familienclan, aus dem seine mutmaßlichen Mörder stammen. Privat lebte er seit Jahren mit seiner russischen Freundin und dem Sohn (6) in der Wohnung im Luganoweg. Anfang Mai reiste die Freundin mit dem Kind nach St. Petersburg. Wusste sie von der Affäre?

Am Abend des 14. Mai hörten die Nachbarn im Luganoweg 15 drei Schüsse und riefen die Polizei. Doch die Geräusche konnten nicht zugeordnet werden. Die Polizei zog wieder ab. 24 Stunden später quoll Rauch aus Salam S.’ Wohnung. Die Mörder waren zurückgekehrt, um Spuren zu vernichten. Bei den Löscharbeiten wurde die halb verbrannte Leiche des 35-Jährigen gefunden. Bei der Obduktion stellten Rechtsmediziner fest, dass Salam S. hinterrücks erschossen wurde - mit Projektilen aus einer Tokarev-Pistole, die unauffindbar ist.

Die Mordkommission bildete die Ermittlungsgruppe Lugano und die stieß bald auf die Affäre mit der Ehefrau des Geschäftsmannes. Hausbewohner hatten am Tatabend zudem drei fremde Männer im Luganoweg gesehen. Offenbar gibt es auch eine verräterische technische Spur wie Handy- bzw. Navigationsdaten, zu denen sich die Mordkommission gestern nicht näher äußern wollte. Die Brüder wurden bereits am 1. Juni festgenommen, der Reutlinger Gelegenheitsarbeiter einen Tag später. Alle sitzen mittlerweile in Stadelheim. Die Aussagen der Männer widersprechen sich, keiner von ihnen räumt eine Tatbeteiligung ein.

Zeugenaufruf

Die Mordkommission (Tel. 2910-0) sucht daher nun Zeugen, die diese drei Männer am 14. oder 15. Mai im Luganoweg oder am U-Bahnhof Fürstenried-West gesehen haben. Die Iraker könnten auch mit dem Taxi gefahren sein. Hinweise werden auf Wunsch auch vertraulich behandelt. 

Unsere wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Mein Fürstenried/Forstenried/Solln“.

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