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Die Sisha-Bar "Bar on" in Solln ist vom KVR dicht gemacht worden.

Jahrelanger Ärger

Massive Anwohnerbeschwerden: KVR macht Shisha-Bar dicht

München - Hämmernde Diskomusik, schreiende und pöbelnde Gäste, zugeparkte Gehwege und Rettungszufahrten, heulende Motoren und ständige Polizeieinsätze waren die Begleiterscheinungen einer Shisha-Bar in Solln. Nun hat das Kreisverwaltungsreferat dem Pächter die Konzession entzogen.

Bei Anwohnern löste das allerdings keinen Jubel aus. Sie mutmaßen, dass dort wieder ein ähnlicher Betrieb eröffnet wird, und die Probleme damit nahtlos weitergehen.

Rund 1000 Menschen wohnen in dem Deba-Wohnhaus an der Drygalski-Allee 118. Im Erdgeschoss machte 2014 die Shisha-Lounge „Bar On“ auf und entwickelte sich zum Anziehungspunkt für Gäste aus ganz München. Vor allem an den Wochenenden war es damit für die Bewohner des Hochhauses und der Parkstadt Solln mit der Ruhe vorbei.

Wegen der Lärm- und Geruchsbelästigungen gingen viele auf die Barrikaden. Auch im Bezirksausschuss 19 (Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln) beschwerten sich Vertreter der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) Deba-Wohnhaus über die Bar. Sie berichteten von „Störungen bis in die frühen Morgenstunden“. Ihr Vorwurf an die Verwaltung: Es handle sich um eine Vergnügungsstätte. Und die hätte in dem Wohngebiet gar nicht genehmigt werden dürfen.

Die Stadt hielt dagegen. Die Genehmigung sei rechtens, hieß es seitens des Planungsreferats. Der Pächter stolperte stattdessen über Paragraph 4 des Gaststättengesetzes. Das KVR entzog ihm die Gaststättenerlaubnis. Grund sei „persönliche Unzuverlässigkeit“, so KVR-Sprecherin Daniela Schlegel. Es ist das Aus für die Shisha-Lounge und die „Muhi-Bar“ nebenan. Versagensgründe könnten allgemein zum Beispiel mehrfache Verstöße gegen Auflagen, den Jugendschutz sowie häufige Bußgelder sein. Der Widerruf sei personenbezogen, erklärt Schlegel, der Pächter könne also auch keine andere Gaststätte eröffnen.

Für Hans-Ulrich Gräger, Sprecher der WEG Deba-Wohnhaus, stellt sich weiter die Frage nach der baurechtlichen Genehmigung. Er wirft der Stadt Willkür vor und bleibt misstrauisch: Ein Interessent habe ihm von Plänen für eine Tapas-Bar erzählt, so Gräger. „Wenn dort wieder bis fünf Uhr morgens gefeiert wird, ist das für uns wie alter Wein in neuen Schläuchen. Wir werden dann vor Gericht klagen.“

Akzeptabel sei für WEG und Nachbarn nur ein Restaurant mit Öffnungszeiten bis Mitternacht, sagt Gräger. Zudem gehe es um die Stellplatzfrage. Ursprünglich seien die Flächen im Erdgeschoß für die Versorgung der Bewohner vor Ort konzipiert worden. Bei einem Lokal, das Publikum von weiter her anlocke, sei Ärger programmiert „Die Straßen rund um das Deba-Wohnhaus sind restlos zugeparkt.“

Brigitta Wenninger

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