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„Bis auf Weiteres“: Münchner Naturfreibad bleibt nach Räumung vorerst geschlossen

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Von: Patrick Mayer

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Nichts geht mehr: Der Isar-Nebenkanal im „Maria Einsiedel“ ist völlig vollgelaufen, weil an einer Schleuse offenbar das Ventil kaputt ist.
Nichts geht mehr: Der Isar-Nebenkanal im „Maria Einsiedel“ ist völlig vollgelaufen, weil an einer Schleuse offenbar das Ventil kaputt ist. © pm

Hektik im Maria Einsiedel: Wegen Hochwassers muss das beliebte Münchner Naturfreibad am Donnerstag eilig evakuiert werden. Ein Isar-Wehr ist defekt.

Update vom 30. Juni, 20.35 Uhr: Das Naturfreibad „Maria Einsiedel“ in Thalkirchen bleibt „aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres geschlossen“. Das gaben die Stadtwerke München (SWM) an diesem Donnerstagabend bekannt. Am frühen Nachmittag musste das bei den Bürgern beliebte Freibad kurzerhand geräumt werden, nachdem der Nebenkanal der Isar, der durch das Bad hindurchfließt, an mehreren Stellen über das Ufer getreten war.

Naturfreibad im Süden Münchens: Maria Einsiedel in Thalkirchen bleibt bis auf Weiteres geschlossen

Zudem hatte der Kanal, der üblicherweise zum Schwimmen freigegeben ist, eine sehr starke Strömung. Die Bademeister und SWM-Mitarbeiter vor Ort konnten deshalb keinen sicheren Badebetrieb mehr gewährleisten. „Ein defektes Ventil an einem Wehr sorgt dafür, dass viel zu viel Wasser in den Kanal des Naturbads Maria Einsiedel geleitet wird. In der Folge ist der Kanal über die Ufer getreten und hat große Bereiche der Liegewiesen geflutet“, erklärten die Stadtwerke auf ihrer Website.

Sobald ein sicherer Badebetrieb wieder möglich ist, werden die SWM das Naturbad wieder öffnen, hieß es in einer Mitteilung der SWM weiter. Vor dem nächsten warmen Wochenende Anfang Juli war jedoch noch keine Tendenz zu erkennen, wann dies der Fall sein wird.

Maria Einsiedel in Thalkirchen: Münchner Naturfreibad wird eilig geräumt

Erstmeldung vom 30. Juni: Thalkirchen - Schreckmoment in Thalkirchen: Am frühen Donnerstagnachmittag (30. Juni) gegen 13 Uhr wurde kurzerhand das beliebte Naturfreibad „Maria Einsiedel“ in der Zentralländstraße im südlichen Münchner Stadtteil Thalkirchen geräumt. Und das bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 29 Grad Celsius. „Wir müssen evakuieren“, erklärte eine Mitarbeiterin hektisch: „Hinten steht das Wasser schon bis zur Hälfte der Liegewiese.“

Schon kurz zuvor hatte es Warndurchsagen gegeben, wonach das Schwimmen im kleinen Nebenkanal der Isar, der direkt durch das Freibad fließt, nicht mehr erlaubt sei. Binnen Minuten trat das Wasser hier über das Ufer und überschwemmte die Sonnenwiese im Bereich des Biergartens und der Gastronomie für wenige Meter. Schließlich kam die Durchsage, dass das „Maria Einsiedel“ umgehend geräumt werden müsse und alle Badegäste gebeten werden, das Freibad „bitte sofort zu verlassen“.

Wie ein Bademeister Merkur.de erklärte, gebe es offenbar Probleme an einer Isar-Schleuse weiter südlich des Flusses. Die Mitarbeiter im Freibad wurden demnach erst im zweiten Schritt darüber informiert. „Wir wussten erst von nichts. Dann steigt hier im Kanal das Wasser sofort“, erzählte der Bademeister und begab sich hektisch in Richtung Schwimmbecken, um zu schauen, ob sich auch alle Badegäste zur Kasse begeben haben.

Überschwemmungen und Hochwasser: Das Maria Einsiedel in Thalkirchen wird kurzerhand evakuiert.
Überschwemmungen und Hochwasser: Das Maria Einsiedel in Thalkirchen wird kurzerhand evakuiert. © pm

Hochwasser in Thalkirchen: Isar-Schleuse sorgt für Evakuierung im Maria Einsiedel

Es waren heikle Momente in Thalkirchen: Nach Informationen von Merkur.de ist bei besagter Isar-Schleuse offenbar ein Ventil kaputt, sodass das Wasser unkontrolliert durchfließt und den Pegel im Freibad-Kanal im Express-Tempo steigen lässt. Das war den Betreibern schließlich zu gefährlich, um den Badebetrieb aufrechtzuerhalten. Der Kanal hat in diesem Bereich eine starke Strömung. Den Badegästen würden die Tagestickets erstattet, erklärten Mitarbeiter der Stadtwerke, die beim Ausgang Freikarten für einen Tagesbesuch verteilten. Andere Münchner warteten dort vergeblich - sie wurden erst gar nicht mehr reingelassen.

Das „Maria Einsiedel“ gilt nicht nur wegen seiner Nähe zur Isar als eines der beliebtesten Freibäder in der bayerischen Landeshauptstadt. Es wurde bereits 1890 eröffnet und Anfang des Jahrtausends bis 2008 aufwändig in ein Naturfreibad umgebaut. Zur Zeit der Räumung befanden sich mehrere Hunderte Badegäste auf dem Gelände. (pm)

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