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In Solln gibt es ein Müllproblem.

Problem betrifft auch andere Stadtteile

„Umweltschweine“ lassen Anwohner zürnen - Recycling-Firma berichtet von bedenklicher Entwicklung

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Seit Jahrzehnten sammeln sich Berge von Abfällen rund um eine Sollner Wertstoffinsel. Anwohner sind wütend und die Recycling-Firma Remondis legt zum Aufräumen Sonderschichten ein.

  • In der Nähe einer Wertstoffinsel in Solln lagert sich immer wieder Müll ab.
  • Die Betreiberfirma legt Sonderschichten ein, um des Problems Herr zu werden.
  • Ein Anwohner sammelt nun Unterschriften.

München - Eckhard Schröder hat lange versucht, geduldig zu bleiben. Seit rund 40 Jahren lebt der 80-Jährige in Solln an der Wolfratshauser Straße, gegenüber von einer Wertstoffinsel. „Seitdem ich mich erinnern kann, sammeln sich hier immer wieder Berge von Müll um die Container“, sagt Schröder. Möbel, Computerteile, Säcke mit Abfall. „Alles, was nicht durch die Löcher der Tonnen passt.“ Tag für Tag. Jetzt ist Schröder mit seiner Geduld am Ende. So wie viele seiner Nachbarn – die nicht neben einer Müllhalde leben wollen.

Als wir Eckhard Schröder vor der Wertstoffinsel fotografieren wollen, liegen hier ein alter Plastik-Bob, Teller, Säcke voll Pfandflaschen, eine Kaffeemaschine, ein Tannenbaum, am Dosen-Container lehnt ein kaputtes Radl. „Heute liegt hier weniger als sonst“, betont Schröder. Zwei Anwohner, Werner Thöring (77) und Matthias Pieper (45), kommen dazu – auch sie wollen mit aufs Foto, zeigen, dass sie wütend sind.

München: Riesen-Ärger um Müllcontainer - Recycling-Firma legt Sonderschichten ein

Die Wertstoffinsel gehört der Recycling-Firma Remondis – neben dem Unternehmen Wittmann leert sie einen Großteil der rund 1000 Container in München. „Remondis ist gar nicht schuld“, sagt Schröder. „Die Tonnen werden regelmäßig geleert. Aber das hält oft nur wenige Minuten. Bis wieder diverse Umweltschweine kommen und ihren Müll einfach ablagern.“ Ab und zu habe er Leute dabei erwischt – „die haben dann ihren Müll widerwillig ins Auto gepackt und sind schnell weggefahren“.

Ein Foto von 1997: Schon damals sammelte sich an der Wertstoffinsel in Solln haufenweise Müll.

Sowohl der Firma Remondis als auch dem Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM) ist das Müllproblem in Solln bekannt. AWM-Sprecher Günther Langer spricht von einer „wilden Sperrmüllentsorgung“: „Remondis legt zum Teil Sonderschichten ein, um alles, was im Umkreis liegt, zu entsorgen“, sagt er. Laut Remondis rückt das Reinigungspersonal noch am selben Tag an, sobald Bürger den Müll melden oder sich beschweren. „Teilweise scheinen Abfälle aus reiner Bequemlichkeit außerhalb der Container entsorgt zu werden“, sagt Remondis-Sprecherin Carina Hölscher. Und: Das Problem betrifft nicht nur Solln, sondern ganz München. Pro Monat fielen 35 bis 40 Tonnen Abfall an, die rund um die Container entsorgt werden.

Schröder sammelt jetzt Unterschriften in Solln. „Der Bezirksausschuss reagiert nicht auf meine Mails.“ Die Stadt müsse aber handeln. „In Bochum etwa gibt es Mülldetektive, die illegale Entsorgungen verfolgen.“ Für ihn wäre aber auch ein Verbotsschild schon ein Anfang.

Der Fahrschein-Automat auf dem Bahnsteig des Bahnhof Starnberg Nord war über das lange Wochenende Ziel von Randalierern. Tagelang war das Gerät auf übelste Art und Weise verdreckt.

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