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Margret Eberle am Telefon: Falsche Polizisten wollten an ihr Geld.

Angebliche Polizisten

Nicht mit Oma Margret: Betrüger scheitern mit dreister Masche

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Eine 85-Jährige bekommt einen Anruf. Sie soll Geld vor die Türe legen – weil die Polizei so angeblich einen Einbrecher überführen könne. Doch die Betrüger sind an die Falsche geraten.

München - „Ich frage mich immer, wie man fremden Menschen Geld geben kann“, sagt Margret Eberle, schüttelt den Kopf und rührt in ihrem Kaffee. Falsche Polizisten haben am Freitag vor Pfingsten versucht, bei der betagten, aber noch immer hellwachen Seniorin Geld abzuzocken. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt die vierfache Mutter und siebenfache Oma aus Obersendling, wie sie die Gauner in die Flucht schlug – und warum sie auch mit 85 Jahren noch nicht zum alten Eisen gehört.

Irgendwann gingen bei Oma Margret „die roten Lampen“ an

Margret Eberle erinnert sich genau, hebt den Zeigefinger und schießt los: „Ich bin gerade vom Einkaufen heimgekommen, das muss gegen 11 Uhr gewesen sein.“ Kaum hatte die gebürtige Rheinländerin ihre Wohnung betreten, klingelte das Telefon. Am anderen Ende der Leitung meldete sich eine vornehme Herrenstimme. „Sauberes Hochdeutsch“, sagt Margret. „Akzentfrei.“ Ob sie wisse, dass in der Nachbarschaft eingebrochen wurde, wollte der Mann wissen, der sich als Kriminaler ausgab.

Oma Margret wusste von nichts. Konnte sie auch gar nicht. Denn einen Einbruch gab es nicht. Zwei der drei Täter habe man gefasst, erzählte der vermeintliche Polizist weiter. Bei einem hätten die Beamten einen Zettel mit Margret Eberles Adresse gefunden. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass der noch flüchtige Einbrecher demnächst bei ihr zuschlagen werde.

„Ich habe weiter munter die Ahnungslose gespielt“, sagt sie mit schelmischem Lächeln

Und dann stellte der Anrufer die entscheidende Frage. „Zehn Minuten hatte er mich da schon vollgequasselt“, sagt Eberle. „Und dann wollte er wissen, ob ich Geld habe. Da sind bei mir die roten Lampen angegangen.“ Die Seniorin hätte jetzt die dreisten Betrüger auffliegen lassen können – doch Oma Margret dachte erst gar nicht daran. „Ich habe weiter munter die Ahnungslose gespielt“, sagt sie mit schelmischem Lächeln. Sie solle Schmuck oder Bargeld vor die Türe legen, um den Täter anzulocken, redete ihr der Anrufer ein. Geld habe sie keines, sagte sie trocken. Der falsche Polizist drängte sie sogar dazu, für die Aktion einen Kredit bei der Bank aufzunehmen. Da wurde es der Seniorin zu bunt: „Ich habe nur noch 40 Euro im Geldbeutel, bin Hartz-IV-Empfängerin und brauche das Geld zum Einkaufen“, flunkerte die ehemalige Krankenschwester dem Betrüger vor. Dann war die Leitung tot. Oma Margret hatte den Gauner abgewimmelt.

Der Anrufer dachte zunächst, er habe leichtes Spiel. Mit so viel Gegenwehr hat er nicht gerechnet. Warum die flotte Großmutter mit dem kölschen Akzent noch so fit ist? „Das liegt an meinen Kindern und den Enkeln“, sagt Eberle. „Die halten mich auf Trab. Sie brauchen mich noch.“ Etwa für Hausaufgaben oder wenn der Reißverschluss mal wieder kaputt ist. Eine 85-jährige Allzweckwaffe – auch gegen Trickbetrüger.

Mit so viel Gegenwehr hatte der Gauner nicht gerechnet

Die Polizei rät: Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Bei verdächtigen Anrufen sollte man einfach den Notruf 110 wählen. Oder man nimmt sich ein Beispiel an Margret Eberle.

Ein bisschen wehmütig sagt sie dann aber doch: „Eigentlich hätte ich sie so gerne gefangen. Aber das wäre zu gefährlich gewesen. Hätte ich zwei starke Männer im Bad verstecken können, ich hätte diese Banditen angelockt.“

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Sendling – mein Viertel“.

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