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In die Jahre gekommen: Der Thalkirchner Campingplatz soll erneuert werden.

Pläne werden konkreter

Campingplatz Thalkirchen: Sanierung für fünf Millionen Euro

München - Der Campingplatz Thalkirchen hat eine Sanierung bitter nötig. Die soll mehr als fünf Millionen Euro kosten. Isar-Terrassen und Biergarten soll künftig für die Öffentlichkeit zugänglich sein.  

Die Pläne für den maroden Campingplatz Thalkirchen kommen voran. Die Stadt hat genau untersuchen lassen, in welchem Zustand Gebäude und Technik sind. Ergebnis: Überall auf dem Gelände an der Isar herrscht erheblicher Sanierungsbedarf.

Noch ohne konkrete Planungsgrundlage geht das Kommunalreferat von einer Investitionssumme von 5,2 Millionen Euro netto aus – und darin sind die Kosten für die neue Küchenausstattung für den Gastrobetrieb und die angedachten neuen Unterkunftshütten noch nicht einmal eingerechnet.

100 Zelte, 150 Wohnwagen und 150 Wohnmobile finden auf dem malerisch gelegenen, 4,9 Hektar großen Gelände gegenüber der Floßlände Platz. Doch nach 50 Jahren Nutzung sind die sanitären Anlagen heruntergewirtschaftet, das Gastronomieangebot ist alles andere als zeitgemäß, und die technische Ausstattung überholt.

Dass sich zuletzt immer öfter Campinggäste über den Zustand des Platzes beschwerten, überrascht nicht, wenn die Stadt nun auflistet, was sie vor Ort vorgefunden hat – und was stattdessen entstehen soll.

  • Alle fünf Waschhäuser weisen „starken Sanierungsbedarf auf“, die Duschkabinen seien zu klein, es gebe keine Sitzgelegenheiten und ein vollständiges Be- und Entkleiden in der Duschkabine sei unmöglich, heißt es in dem Bericht, der dem Kommunalausschuss in der übernächsten Woche vorgelegt wird. Warmwasser aus der Dusche gebe es nur gegen Münzeinwurf für bestimmte Zeit, aus den Waschbecken komme nur kaltes Wasser. Zwei der vier Waschhäuser, die nur während des Oktoberfestes in Betrieb sind, hätten sogar WCs ohne Klosettbrillen. Statt der vorhandenen fünf soll es künftig nur mehr drei Waschhäuser mit Warmwasserstandard und Heizung geben.
  • Bettenlager für Camper ohne Ausrüstung sind in den vergangenen Jahren weniger geworden. Kein Wunder, denn: Die Kammern mit Stockbetten sind in veralteten Gebäuden untergebracht – ohne Wasser, Heizung und WC. Künftig soll es ein neues Bettenlager im ersten Stock über einem Waschhaus geben. Zudem sollen 20 Ein- und Zweibettzimmer sowie 15 Vierbettzimmer in Hütten oder Containern entstehen.
  • Rezeption, Kiosk und Gastronomie sind in mehreren baufälligen Gebäuden untergebracht. Die Küche kann bislang lediglich Essen aufwärmen. Geplant ist ein neuer Rezeptions- und Gastronomietrakt. Die Rezeption soll begehbar sein und in den Kioskbereich übergehen. Die Gastronomie soll in einen Imbiss- und einen gehobenen Innenbereich sowie einen Biergartenbereich auf den Terrassen an der Isar gegliedert sein. Alle Bereiche sollen auch externen Besuchern offen stehen.
  • Bislang bieten nicht alle Standplätze für Wohnwagen Strom, an den Zeltflächen fehlt die Stromversorgung aktuell komplett. Nach der Sanierung soll an 90 Prozent aller Plätze Strom verfügbar sein. W-Lan ist bislang nicht vorhanden, soll aber künftig in den Versorgungsgebäuden oder auf dem gesamten Areal zu finden sein.
  •  Die Stadt will zudem, dass der Campingplatz, der bisher nur vom 1. April bis 31. Oktober geöffnet hat, in Zukunft auch im Winter genutzt werden kann. Ein externer Gutachter habe den Ganzjahresbetrieb „als wirtschaftlich befürwortet“.

Zuletzt kamen 60 000 Gäste pro Jahr nach Thalkirchen. Wie viele zusätzliche Camper dann kommen könnten, ist unklar. Die Stadt rechnet aber damit, dass die 5,2 Millionen Euro für die Sanierung nach 15 Jahren wieder erwirtschaftet sind. Das heißt dann wohl auch: So günstig wie jetzt – ein Erwachsener mit Zelt zahlt derzeit 12 Euro pro Nacht – kommen die Camper dann nicht mehr davon.

Wann der große Umbau startet, ist noch unklar. In der Hauptsaison im Sommer müssen Besucher aber noch nicht mit einer Großbaustelle rechnen.

Caroline Wörmann

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