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Der bisherige Parkplatz ist zu klein für die vielen Tierparkbesucher.

Planungsstau und Diskussionen

Tierpark Hellabrunn: Aus für geplantes Öko-Parkhaus?

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München - Ökologisch und komplett recyclebar sollte es werden, das neue Parkhaus des Tierpark Hellabrunn. Doch daraus wird wohl nichts, wie die tz exklusiv erfahren hat.

Verkehrsstau am Tierpark Hellabrunn.

Parkhaus-Projekt in der Warteschleife: Wie die tz exklusiv erfahren hat, sollen die Pläne für das ökologische, komplett recyclebare Parkhaus am Tierpark Hellabrunn vom Tisch sein. Das Gebäude aus Holz oder Bambus, also die ursprüngliche Wunsch des Zoos, gilt als zu teuer! „Die ersten Zahlen waren wahnsinnig“, sagt ein Insider der tz. „Da hat es uns die Sprache verschlagen“, ein anderer. Konkrete Summen werden nicht genannt, auch der Zeitrahmen ist offen. Die Planer müssen jedenfalls nachsitzen, sollen ein konventionelles Gebäude entwerfen. Der Tierpark indes dementiert: „Unser Ziel ist nach wie vor ein recyclebares Parkhaus“, sagt eine Sprecherin.

Ein Widerspruch? Nicht unbedingt. Möglich, dass es darauf ankommt, wie man „ökologisch“ und „recyclebar“ definiert! „Auch Stahl und Beton kann ich recyclen“, sagt etwa der Chef des örtlichen Bezirksausschusses (BA), Clemens Baumgärtner. Und auch bei einem herkömmlichen Parkhaus könnte man Fassade und Dach begrünen.

Tierparkdirektor Rasem Baban.

Der Wunsch nach dem Gebäude ist in Hellabrunn ungebrochen. Denn gerade bei gutem Wetter reichen die Stellplätze längst nicht mehr aus, es gibt regelmäßig Stau. Daher hatte Tierparkdirektor Rasem Baban ein vollständig recycelbares Gebäude an der Siebenbrunner Straße im Sinn, mit Gründach und einem Biotop, mit begrünter Fassade, Ladestationen für Elektrofahrzeuge und rund 1000 Stellplätzen. Clemens Baumgärtner fand die Idee charmant. Für den BA-Chef ist aber wichtig, dass endlich etwas vorangeht. Auch ein konventionelles Parkhaus täte dem Viertel gut, wenn man es mit kreativen Ideen füllt. „Ich könnte mir zum Beispiel auch einen Supermarkt dort vorstellen.“ Der fehle in dem Bereich ohnehin.

Ob und wie gebaut wird, muss der Stadtrat entscheiden. Und die Stadtkassen sind nicht gerade prall gefüllt. Politisch ist das Projekt außerdem umstritten. Die SPD hatte jüngst auf einem Parteitag das Parkhaus generell abgelehnt. „In der Fraktion haben wir aber noch nicht darüber gesprochen“, sagt die Tierschutz-Sprecherin Bettina Messinger. Die Grünen sind seit Jahren gegen den Neubau: „Ein Parkhaus zieht nur noch mehr Autos an, die dann die umliegenden Wohngebiete verstopfen“, sagt Fraktions-Vize Katrin Habenschaden. „Für die Anwohner bringt das keine Entlastung.“ Einzig bei der CSU sieht man das anders. „Es gibt grundsätzlich die Notwendigkeit für ein Parkhaus“, sagt Fraktions-Vize Evelyne Menges. „Aber es muss bezahlbar sein.“

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