Das ehemalige Bahnhofsgebäude der Isartalbahn an der Maria-Einsiedel-Straße steht unter Denkmalschutz.
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Das ehemalige Bahnhofsgebäude der Isartalbahn an der Maria-Einsiedel-Straße steht unter Denkmalschutz.

Projektentwickler reicht Bauantrag ein

Bürogebäude in den Isarauen? Das sorgt für Protest

„Nicht hinnehmbarer Kahlschlag“: Gereizt reagierte der Bezirksausschuss (BA) Thalkirchen – Obersendling – Forstenried – Fürstenried – Solln auf den erneuten Bauantrag des Projektentwicklers „Binnberg-Architekturentwicklung“. Der will ein Bürogebäude mit Tiefgarage am denkmalgeschützten einstigen Bahnhofsareal der Isartalbahn in Thalkirchen errichten.

„Können die nicht woanders bauen? Das schmälert doch das Naherholungsgebiet komplett“, sagte Nicole Bartsch von den Grünen. Das Bauvorhaben für die zwei Bürogebäude mit Tiefgarage wurde nämlich schon im März vom BA ganz entschieden und als „vollkommen überzogene gewerbliche Bebauung“ abgelehnt. Der Bauantrag wäre ein „nicht hinnehmbarer Kahlschlag“ in einem ökologisch wertvollem Landschaftsschutzgebiet.

Auch die zur Fällung beantragten Bäume entlang des Maria-Einsiedel-Mühlbachs und des Fuß- und Radwegs dürften nicht angetastet werden, so der BA. Was die Lokalpolitiker besonders kritisierten: Dass bei Starkregenereignissen durch die massiven Neubauten samt Tiefgaragen durch Überflutung Schäden an den benachbarten Einzeldenkmälern entstehen könnten.

Die Stadt München erwirkte daraufhin eine Gerichtsentscheidung vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH). Der Antrag der Stadt auf Zulassung der Berufung gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts wurde jedoch abgelehnt. Schon in der niedrigeren Instanz, beim Verwaltungsgericht, waren die Einwände der Lokalbaukommission gegen das Binnberg-Bauvorhaben auf dem gut 1,3 Hektar großen Areal und die damit verbundene Verweigerung eines Vorbescheids zurückgewiesen worden.

Die abgelehnte Berufung ist aber noch keine abschließende Entscheidung darüber, ob die von Binnberg geplanten Gebäude tatsächlich errichtet werden. Ob die Bauten bauordnungsrechtlich zulässig sind und ob denkmalschutzrechtliche Belange das Vorhaben möglicherweise am Ende doch zu Fall bringen, bleibt dem Baugenehmigungsverfahren vorbehalten.

Entsprechend reichte der Projektentwickler die Bauanträge nun erneut ein. Zur Empörung von Dorle Baumann (SPD): „Das Bauprojekt muss auf jeden Fall abgelehnt werden! Das Denkmalschutzgebiet wird zerstört, es gibt auch noch immer kein Grundwassergutachten und die überdimensionierte Tiefgarage verändert ja auf jeden Fall den Grundwasserspiegel“.

Zu diesen Einwendungen äußerte sich der zum BA eingeladene Geschäftsführer der Binnberg-Architekturentwicklung persönlich. „Die denkmalgeschützten Gebäude sind verfallen und werden durch Investitionen erhalten, wir stellen einen Freiflächengestaltungsplan und pflanzen auch neue Bäume“, so Markus Seifert. Auf den Einwand von Baumann über die Gefahren im Zusammenhang mit dem Grundwasser und bei Starkregenereignissen ging er aber nicht ein.

Der Bebauungsplan wurde vom Bezirksausschuss erneut strikt abgelehnt. Bleibt abzuwarten, ob sich die Binnbach-Archtitekturentwicklung damit geschlagen gibt.

DORIS KÖNIG

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