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Siemens-Pläne überzeugen den Stadtrat

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Punkthäuser im Karree: So soll das Wohngebiet an der Baierbrunner Straße in Obersendling aussehen. simulation: fkn
Punkthäuser im Karree: So soll das Wohngebiet an der Baierbrunner Straße in Obersendling aussehen. simulation: fkn

München - In Obersendling soll bis Ende 2012 ein neues Wohngebiet entstehen. Der Bezirksausschuss kann sich mit seiner Kritik nicht durchsetzen

Eine neue Wohnwelt soll an der Baierbrunner Straße in Obersendling emporwachsen. Der Stadtrat hat jetzt die Bebauungs-Satzung einstimmig gutgeheißen. 950 Wohnungen wird das neue Quartier zu bieten haben. Ende 2012 sollen die ersten Objekte bezugsfertig sein.

Weniger zufrieden gab sich der Vorsitzende des örtlichen Bezirksausschusses, Hans Bauer (SPD). Er bemängelte, dass wohl für die erste Zeit der Siedlung nur dürftige Einkaufsmöglichkeiten zu erwarten seien. Als entschieden zu klein kritisierte er eine Bahnunterführung, „ein Loch“, mit drei Metern Breite und zehn Metern Länge. Die Stadträte aber machten deutlich, dass derlei Einwände ihre Zustimmung zu dem Projekt nicht beeinträchtigen könnten.

Ursprünglich hatte Siemens einen großen Wurf auf seinen Freiflächen zwischen Baierbrunner und St.-Wendel-Straße geplant. Das Weltunternehmen mit vielfältigen Betriebsstätten in Sendling wollte mit einem Hochhaus-Ensemble Flagge zeigen, das bis auf 146 Meter Höhe reichen sollte. Der Bürgerentscheid von 2004 stoppte das gesamte Vorhaben.

Nun schickt sich ein neuer Investor an, eine andere Planung zu verwirklichen. Das Herzstück ist ein Karree von herkömmlichen Blockbauten, die 50 Meter hohe Wohntürme mit 16 Etagen umschließen - eine Wiedergeburt der Punkthäuser, die eigentlich schon vor Jahrzehnten totgesagt worden waren. Westlich der S-Bahn-Linie soll das Versorgungs- und Dienstleistungszentrum des Quartiers entstehen. Daneben ist ein Pflegeheim der Caritas mit 200 Plätzen geplant.

In der Stadtratsdebatte kam mehrfach die Frage auf, wie es um die Einkaufsmöglichkeiten für die Erstbewohner bestellt sei. Christian Amlong (SPD) räumte mit dem Wunschdenken auf, eine frühzeitige Ansiedlung von Supermärkten könne auf Druck herbeigeführt werden: „Es gibt keinen Zwang zur Festsetzung von Einkaufsmöglichkeiten.“

Auch in den Anfängen der Messestadt Riem hatte sich gezeigt, dass selbst der dringende Wunsch von Stadtbaurätin Christiane Thalgott den Lebensmittel-Einzelhandel nicht erweichen konnte, ein Vollsortiment zu etablieren. Die Filialisten lassen sich erst nieder, wenn die Kundenzahl im Umkreis den erwünschten Umsatz verheißt.

Eberhard Geiger

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