+
Wächst 2018 rasant weiter: das neue Quartier auf dem früheren EON-Areal. 

Thalkirchen-Obersendling- Forstenried-Fürstenried-Solln

Münchens Süden schießt in die Höhe

Es wird enger im Münchner Süden. Im Bezirk Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln wird an vielen Stellen gebaut. Es wird Wohnraum geschaffen. Diese Nachverdichtung bereitet vielen Sorgen.  

München - Weiter in die Höhe schießt zum Beispiel das Quartier„Am Südpark“ auf dem ehemaligen EON-Areal an der Drygalski-Allee und der Boschetsrieder Straße. Zusammen mit der Stadt realisieren dort der Projektentwickler „Accumulata Immobilien Development“, die „Concept-Real zwei“ GmbH und die Gewofag rund 1300 Wohnungen in sechs- bis achtgeschossigen Gebäuden. Dazu Grünflächen, soziale Infrastruktur und ein urbanes Zentrum mit 300 Tiefgaragenstellplätze, Arztpraxen, Büros und Einzelhandel. Entstehen wird auch ein Kinder- und Familienzentrum. Bis 2019 soll alles fertiggestellt sein.

„Hofmann Höfe“

Nicht weit entfernt wird ein weiteres großes Quartier entstehen, auf einem 9,3 Hektar großen Areal zwischen Hofmannstraße und Baierbrunner Straße: die „Hofmann Höfe“. Im Sommer 2017 gab es dort einen Besitzerwechsel: Patricia Immobilien hat das Gelände an den Münchner Immobilienentwickler Rock Capital verkauft. Viel ändern dürfte sich dadurch nicht: Der neue Bauherr ist an das Ergebnis des Wettbewerbs von 2015 gebunden. Vorgesehen sind etwa 1000 Wohnungen in Gebäuden mit bis zu 13 Geschossen, außerdem Grünflächen, Geschäfte, Gastronomie und soziale Einrichtungen. „2018 läuft erst mal das Bebauungsplanverfahren weiter“, so Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats. Noch dieses Jahr soll der Billigungsbeschluss gefasst werden.

Die geplanten Hofmann Höfe. Hier sollen 1000 Wohnungen entstehen.

Siemens-Hochhauses

Parallel dazu laufen 2018 die Planungen für die Umnutzung des früheren Siemens-Hochhauses an der Baierbrunner Straße weiter. In dem 75 Meter hohen, seit Jahren leer stehenden Büroturm wird die Isaria Wohnbau AG rund 270 Wohnungen schaffen. Zudem entstehen eine Kita und Gastronomie. Bis die ersten Bewohner im „South One“ einziehen, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Erst 2021 dürfte der Umbau des imposanten Gebäudes abgeschlossen sein.

Fürstenried-West

Große Veränderungen sind auch in Fürstenried-West geplant. Veränderungen, die für Ärger sorgen. Dort will die Bayerische Versorgungskammer (BVK) das Wohngebiet rund um die Appenzeller Straße massiv nachverdichten. Zu den bestehenden rund 1500 Wohnungen sollen weitere 600 dazukommen. Vorgesehen sind zehn Neubauten, einer davon mit 15 Stockwerken. Außerdem sollen viele Gebäude aufgestockt werden. Die Größenordnung des Vorhabens macht nicht nur dem Bezirkssauschuss (BA 19) Sorgen, sondern vor allem auch den Bewohnern der Siedlung. Viele sind entsetzt. Sie beklagen, das Viertel werde zubetoniert. Zudem seien die Straßen schon jetzt überlastet und die U-Bahn oft völlig überfüllt. „Wir befürchten, dass wir Anwohner das unserer Meinung nach kurzsichtige Vorgehen der Stadt auf Jahre hinweg ausbaden müssen“, warnt die Bürgerinitiative Pro-Fürstenried. 2018 laufen die Planungen weiter, nächstes Jahr wird der Stadtrat entscheiden, wie es in Fürstenried-West weitergeht.

Wie es weitergeht – diese Frage bewegt auch andere Bürger im Stadtbezirk. Antworten liefern soll unter anderem das verkehrspolitische Gesamtkonzept für den immer stärker belasteten Münchner Süden. Dieses sollte eigentlich schon 2013 vorgelegt werden. Offensichtlich eine harte Nuss für die Stadtverwaltung, die immer noch daran tüftelt. BA-Chef Ludwig Weidinger (CSU) ist dennoch zuversichtlich, dass es jetzt nicht mehr lange dauern kann kann: „Wir hoffen, dass das Konzept im ersten Quartal 2018 vorgestellt wird.“

Siemens-Sportpark

In den Sternen steht dagegen noch, wann der Siemens-Sportpark für die Bürger geöffnet wird. Die Stadt hat das Areal 2017 nach jahrelangen Verhandlungen mit Siemens gekauft. Nun muss ein Konzept dafür erarbeitet werden. „Konkrete Pläne zur künftigen Nutzung des Sportparks liegen noch nicht vor“, so ein Sprecher des Sportreferats. Zunächst müsse ermittelt werden, welche Möglichkeiten auf dem Areal realisiert werden können. Wann dem Stadtrat eine Beschlussvorlage zum Sportpark vorgelegt werden soll, sei deshalb noch nicht klar. 

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Mein Fürstenried/Forstenried/Solln“.

Brigitta Wenninger

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wohnungsmangel in München: Aigner und Reiter schieben sich gegenseitig schwarzen Peter zu
Bayerns Bauministerin Ilse Aigner (CSU) hat der SPD Jahrzehnte zurückliegende Versäumnisse beim Wohnungsbau in München vorgeworfen.
Wohnungsmangel in München: Aigner und Reiter schieben sich gegenseitig schwarzen Peter zu
Münchner Krankenschwester sucht Wohnung und bietet ungewöhnliche Zusatzleistung an
Isabell Wäß ist Kinderkrankenschwester und Pflegepädagogin in München, ihr Mann ist bald fertig ausgebildeter Krankenpfleger. Sie wollen mit ihren Kindern in eine …
Münchner Krankenschwester sucht Wohnung und bietet ungewöhnliche Zusatzleistung an
A 94 bei Zamdorf gesperrt: Gas-Auto brennt lichterloh - Ursache unklar
Plötzlich fing ein Auto am Montagvormittag auf der A 94 auf Höhe Zamdorf Feuer - und brannte innerhalb weniger Sekunden lichterloh. Die Autobahn musste für Löscharbeiten …
A 94 bei Zamdorf gesperrt: Gas-Auto brennt lichterloh - Ursache unklar
Davon kann Nahles nur träumen: OB Reiter mit Spitzenwert bei Umfrage
Bundesweit sieht es schlecht aus für die SPD. Seit Jahren zeigen die Umfragewerte der Partei nach unten. Auf lokaler Ebene jedoch überzeugen einige SPD-Oberbürgermeister.
Davon kann Nahles nur träumen: OB Reiter mit Spitzenwert bei Umfrage

Kommentare