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Als der Eintritt noch deutlich günstiger war: Tierpark-Chef Rasem Baban vor der alten Preistafel.

Bauarbeiten laufen an

Tierpark Hellabrunn: Der nächste Umbau-Hammer steht bevor

Im Tierpark Hellabrunn bereitet man sich auf die Sommersaison vor. Derzeit wird noch das alte Empfangsgebäude saniert, doch der nächste größere Umbau steht bereits fest.

München - Nicht lindgrün, sondern sandfarben waren einst die Wände des Empfangsgebäudes der Menschenaffenstation. Als man bei der Kiosk- und Toilettensanierung im denkmalgeschützten Bau aus dem Jahr 1936 den alten Anstrich abkratzte, kamen sichtbare Erinnerungen an die alten Zeiten zu Tage: An der Wand entdeckte man eine alte Preistafel, wohl aus den Anfangszeiten. Darauf deuten zumindest Kategorien wie „Feldwebel“ hin. Jugendliche zahlten damals noch 20 Cent – heute bis 14 Jahre sechs Euro. Die Preistafel soll künftig durch eine Glasplatte geschützt für alle sichtbar bleiben.

Kälte und Schnee haben die Sanierungsarbeiten ein wenig verzögert. Jetzt will Tierpark-Direktor Rasem Baban möglichst schnell fertig werden, denn die Osterferien gelten als der stille Saisonstart für den Zoo. Ruhig wird es auf Dauer jedoch nicht werden: Es sind bereits neue Baustellen geplant. „Wir wollen die Orang-Utan-Halle komplett umgestalten“, verrät Baban. 

„Bahnhofshallen-Charakter“ soll weg

Es soll für die Tiere spannender und abwechslungsreicher werden. Allerdings hangeln sich die Orangs gerne quer durchs Gehege, was die Möglichkeiten etwas einschränkt. Auch die Besucher sollen profitieren. Der derzeitige „Bahnhofshallen-Charakter“ soll weg, erklärt Baban. Künftig soll man erkennen, woher die Tiere stammen, welchen Bedrohungen sie in ihrer ursprünglichen Heimat ausgesetzt sind. „Die Gestaltung soll ein bisschen den Lebensraum widerspiegeln.“ Der gesamte Raum soll zum Erlebnis werden, mit interaktiven und spannenden Elementen. Zudem ist ein neues Lichtkonzept geplant, mit „dunklerer Schummeratomosphäre“ auf Besucherseite. Somit könnten sich die Beobachter besser auf die helleren Tierbereiche konzentrieren.

Derzeit hält ein Absperrgitter die Besucher auf Abstand zur Gehege-Scheibe. „Die Besucher haben die Tiere zu sehr bedrängt, die fühlten sich gestresst“, erläutert die leitende Kuratorin Beatrix Köhler die Maßnahme. Nach der Umgestaltung sollen die Besucher in ausgewählten Bereichen wieder nah ans Fenster dürfen. „Die Tiere entscheiden dort dann über eine Kontaktaufnahme.“

Das gilt auch für Schimpansen oder Gorillas. Besucher werden schon mal aufgefordert, nicht so stark mit den Affen zu kommunizieren und dabei eventuell sogar elektronische Hilfsmittel einzusetzen. „Die Tiere sollen Tiere sein“, betont Köhler. Der Umbau der Oranghalle soll in der besucherarmen Zeit nach den Sommerferien starten, denn das Gebäude wird dann zwei bis drei Monate gesperrt werden müssen.

Carmen Ick-Dietl

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