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Wenn zu viele Zweibeiner im Gehege sind, verstecken sich die Kleinen lieber hinter der Mama.

Kontraste - Ein Projekt der Volontäre von Münchner Merkur und tz

Zebra Juma: Warum mir meine Verwandten peinlich sind

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Schwarz-Weiß-Sehen? Für Zebra Juma ist das der Alltag. Doch nicht nur das, für sie ist das auch  ganz schön praktisch. Und macht ihre Leben sicherer.

München - Ich bin Juma. Neun Jahre alt. Etwa eineinhalb Meter groß und wiege rund 350 Kilogramm. Nein, ich bin nicht übergewichtig. Meinen Alltag verbringe ich im Tierpark Hellabrunn in München. Im Gehege. Jetzt fragt ihr euch sicher gleich, welche Geschichte ich euch über Kontraste erzähle.Ich erzähle euch meine Geschichte, ich bin nämlich ein einziger Kontrast in Person– äh, im Tier. Ich bin ein Zebra. Genauer gesagt ein Bergzebra. Mehr Kontrast, als schwarz und weiß geht ja fast nicht. 

Das Beste ist aber, dass diese Streifen nicht nur schnieke aussehen, sie haben auch noch einen Sinn. Meine Familie in freier Wildbahn schützen sie zum einen vor gefährlichen Raubtieren. Wenn die Luft in der Hitze zu flimmern beginnt, verschwimmen die Tiere einer Herde zu einer großen Masse und zack, sind wir fast nicht mehr zu sehen. Außerdem bieten die Streifen auch Schutz vor der Tsetsefliege, die die gefährliche Schlafkrankheit überträgt. Sie kann mich und meine Gleichgesinnten wegen des gemusterten Fells nicht richtig erkennen. Ganz wichtig sind die Streifen aber auch als Erkennungsmerkmal innerhalb unserer Herde. Unsere Streifen sind wie individuelle Strichcodes – das Jungtier erkennt seine Mutter daran, die Herde ihre Leitstute. 

Ich (Juma) lasse mich, wenn ich gut gelaunt bin, beim Karottenfüttern sogar von Zoo-Tierpfleger Sven Schneidereit streicheln.

Übrigens, wenn wir schon von Streifen reden: Ihr habt euch doch sicher schon mal gefragt, ob wir Zebras nun weiß sind und schwarze Streifen haben oder schwarz sind und weiße Streifen haben? Tatsächlich haben wir eine schwarze Haut und weiße Streifen. Das sieht man an den Hautstellen, an denen keinen Fell ist. 

„Unsere Streifen sind wie individuelle Strichcodes“

Dieses ganze Wissen über mich und meine Familie hat übrigens einer meiner Zoo-Tierpfleger hier in München – Sven Schneidereit (31). Da wären wir auch noch mal bei so einem Kontrast. Eigentlich mag ich nämlich diese Zweibeiner nicht so gerne. Wobei dieser langhaarige Sven, der schon seit elf Jahren hier bei den Zebras arbeitet, der muss ich sagen, ist wirklich ganz in Ordnung. Der bringt oft Karotten, dann lasse ich mich sogar manchmal von ihm streicheln. Wenn ich gut gelaunt bin zumindest.

Und eins muss ich dem netten Zweibeiner schon lassen – der kann uns immer auseinanderhalten, obwohl wir doch schon irgendwie alle gleich ausschauen. „Ich erkenn‘ sie an den Streifen“, sagt er. Respekt. 

In unserer WG leben neben mir noch zwei erwachsene Stuten, zwei Halbstarke und zwei Kinder. Außerdem gibt es noch unseren Nachbarn, den Hengst, den ich eigentlich schon ganz gut finde. Doch der ist getrennt von uns – vielleicht ist das auch besser so. Der darf morgens raus, wenn wir noch frühstücken. Ich fresse gerne Grascops und Heu, im Sommer natürlich Gras. Im Winter mag ich auch Futterrüben und Laub. 

Frisch geschnittenesGras steht ganz oben auf unserer Lieblingsspeisen-Liste.

Eigentlich kommen wir Bergzebras wie der Name schon sagt aus den Bergen Afrikas. Um die Felswände zu erklimmen, haben wir extrem harte Hufe. Wir legen oft weit über hundert Kilometer am Tag zurück. Mit den Temperaturen hier in München kommen wir gut zurecht. 

Dann gibt es da noch den Kontrast zu meinen peinlichen Verwandten. Experten sagen zumindest, dass wir die gleiche Abstammung haben. Aber im Ernst, diese Pferde sind sogar so doof, dass sie sich striegeln und reiten lassen. Das würde mir ja im Leben nicht einfallen. Aber Sven Schneidereit sagt auch,ich bin mehr Esel als Pferd. Also darf ich ruhig auch so stur sein.

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