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Archäologin Patricia Costache fand am Horst-Salzmann-Weg Überreste einer historischen Siedlung.

Historische Siedlung entdeckt

Funde aus grauer Vorzeit

In Trudering sind derzeit wieder mal die Archäologen unterwegs. Bevor am Horst-Salzmann-Weg Wohnungen gebaut werden, suchen Forscher nach Resten der Vorgeschichte.

München – Die Archäologen sind bereits fündig geworden. Nachdem vergangene Woche der Oberboden abgeräumt wurde, stand schnell fest, dass hier in grauer Vorzeit ein Haus gestanden haben muss. Die ehemaligen Pfostenlöcher sind für die geschulten Augen der Archäologen klar zu erkennen. Die hintereinander gesetzten Pfosten bilden in der Linie eine Hauswand, eine andere steht senkrecht dazu.

Die Chance auf historische Funde ist in Trudering recht hoch

Patricia Costache vom Grabungsteam Farch Archäologie, das hier im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege unterwegs ist, kann die Grundrisse des Gebäudes deutlich abgrenzen. Sie schätzt, dass es sich um ein „mehrphasiges Haus“ handelt, also ein Areal, das mehrfach in verschiedenen Epochen bebaut war. Zur genauen zeitlichen Einstufung müsse man jedoch tiefer graben.

Bevor es damit losgehen kann, muss alles genau fotografiert, beschrieben und vermessen werden. Allerdings haben die Archäologen bereits kleine historische Lehmreste gefunden. Ob sie von Gefäßen oder von Hauswänden stammen, ist noch unklar. Die Chance auf historische Funde ist in Trudering recht hoch. Auf zahlreichen Grundstücken in der unmittelbaren Umgebung wurden archäologische Entdeckungen gemacht. So hat man im Jahr 2000 an der Haffstraße eine späthallstatt-/frühlatènezeitliche Siedlung, also aus der Zeit der Kelten im 5. Jahrhundert vor Christus, entdeckt. Auch an der Graf-Ottenburg-Straße sowie am Truchthari-Anger kamen bei Ausgrabungen latènezeitliche Siedlungsbefunde zum Vorschein. An anderer Stelle hat man Spuren aus der Mittel- bis Spätbronzezeit entdeckt.

Wertvollste Teile sind in der archäologischen Staatssammlung zu sehen

Die wertvollsten Teile dieser Ausgrabungen sind im Museum für Vor- und Frühgeschichte der archäologischen Staatssammlung zu sehen. Grund der relativ frühen Besiedlung Truderings dürfte der Wasserreichtum der Gegend gewesen sein. Es gibt aber auch Funde aus der Römerzeit. An der Kirchtruderinger Straße fanden sich überdies Siedlungsreste und Gräber aus dem frühen Mittelalter. Womöglich um das Jahr 500 siedelte sich ein Bauer und Sippenführer namens „Truchtaro“ samt seiner Sippe in dem Gebiet an, das seinen Namen dann daraus ableitete. 

Carmen Ick-Dietl

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