+
Freunde fürs Leben: Christian S. (38) mit seinem Bruno (2) daheim in Waldtrudering

Vermieter stören die Hundehaare 

„Dieses Urteil ist hundsgemein!“ - Epileptiker darf Hund nicht mehr in Wohnung halten

  • schließen

Christian S. ist Epileptiker und sein Labrador Bruno ist für ihn eine große Stütze im täglichen Leben. Sein Vermieter aber will ihm den Hund verbieten. Auch ein Gericht sagt, Bruno muss weg.

Sanft schmiegt sich Bruno an sein Herrchen. Christian S. (38) streichelt dem Labrador über das schwarze Fell. Die beiden sind vertraut wie zwei Freunde. Doch in der Wohnung des schwerbehinderten Mannes darf der Hund nicht mehr bleiben – so hat das Amtsgericht entschieden.

„Dieses Urteil ist hundsgemein“, sagt Christian S., der an Epilepsie leidet. Seit 13 Jahren kann er nicht mehr arbeiten und ist Frührentner. „Im Alltag ist Bruno meine Stütze. Er schlägt auch an, wenn ich einen Anfall kriege.“

Dem Vermieter ist das scheinbar egal: Er verklagte Christian S., weil er sich durch den Labrador gestört fühlte. Angeblich lagen Hundehaare im Treppenhaus und in der Gemeinschaftswaschmaschine. Er untersagte die Hundehaltung und gewann den Prozess.

Christian S. drohen nun sogar bis zu 250 000 Euro Ordnungsgeld, wenn er dagegen verstößt. „Das werde ich nicht akzeptieren und Berufung einlegen“, sagt er. „Hier wird gegen mein Persönlichkeitsrecht verstoßen. Ich brauche Bruno und werde zur Not durch alle Instanzen gehen.“

Christian S. wälzt Akten. Seinen Prozess gegen den Vermieter verlor er. „Zur Not gehe ich aber durch alle Instanzen.“ Seine Wohnung (re. ) will der Epileptiker nicht aufgeben

Seit 2009 lebt der Epileptiker in der Waldtruderinger Erdgeschoss-Wohnung mit Garten. Perfekte Bedingungen – auch für einen Hund. „Bruno habe ich im Dezember 2016 in Spanien aus dem Tierheim geholt und ihn so vor der Tötung gerettet.“ Seitdem sind die beiden ein Herz und eine Seele. Aber: Beim Vermieter hatte Christian S. seinen Hund nie offiziell angemeldet, obwohl der Mietvertrag das verlangt.

„Für mich gab es dazu keine Veranlassung, weil es im Mietvertrag kein generelles Verbot für die Hundehaltung gibt“, sagt S. Das stimmt. Doch hier liegt der Knackpunkt: Denn laut Vertrag darf die Zustimmung zur Hunde-Haltung „verwehrt werden, wenn von dem Tier Störungen und/oder Beschädigungen der Mietsache ausgehen“.

Der Vermieter sah das als gegeben an – und klagte. „Das sind doch nur Versuche, mich aus der Wohnung zu treiben“, glaubt Christian S. Mit dem Vermieter habe er öfter Streit gehabt. „Meist ging es um Nebenkosten-Abrechnungen, die ich angegriffen habe.“

Das Amtsgericht sah es dagegen als erwiesen an, dass das Treppenhaus verunreinigt wurde. Zur tz sagt der Vermieter nun: „Es gibt mehrere Mieter, die sich durch Herrn S. und seinen Hund gestört fühlen.“ Angeblich habe Christian S. sich auch nicht an die Leinenpflicht gehalten.

Der Hundehalter streitet das ab: „Bruno ist total brav, aber der Vermieter sieht in ihm ein aggressives Tier. Dabei will ich ihn als Therapie-Hund für mich ausbilden lassen. Ein Leben ohne Bruno ist für mich nicht vorstellbar.“

Solange die Berufung läuft, darf Bruno bleiben. Bis zu ein Jahr kann vergehen, bis die Bundesrichter entscheiden…

Lesen Sie auch:

Immer mehr Katzen verschwinden in der Region spurlos - es keimt ein schrecklicher Verdacht

Seit fünf Wochen vermisst Ulrike Sodtke ihren Kater Henry. In Söcking gibt es viele vermisste Katzen, auch andere Gemeinden sind laut Experten betroffen – alte und böse Gerüchte verbreiten sich.

Schlange hält Feuerwehr auf Trab - ein Schraubenzieher löst das Problem

Wegen einer Schlange musste die Feuerwehr in München am Dienstag ausrücken. Das Tier erwies sich als hartnäckig.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unsere Leser empfehlen: Hier gibt es die besten Döner Münchens
Sie haben Lust auf einen saftigen Döner, aber Sie wissen nicht wohin? Wir haben unsere Leser nach den besten Döner-Adressen in München gefragt. 
Unsere Leser empfehlen: Hier gibt es die besten Döner Münchens
Am Hauptbahnhof wird Platz für die U9 gemacht
Ein weiterer Grundstein für die U9 ist gelegt. Der Stadtrat hat zugestimmt, am Hauptbahnhof eine Vorhaltemaßnahme durchzuführen.
Am Hauptbahnhof wird Platz für die U9 gemacht
Streit in S-Bahn eskaliert: 23-Jähriger geht mit Glasflasche auf Fahrgast los 
Gefährliche Szenen spielten sich am Mittwoch in der S6 ab. Ein 23-Jähriger attackierte einen 18-Jährigen mehrmals mit einer Glasflasche. 
Streit in S-Bahn eskaliert: 23-Jähriger geht mit Glasflasche auf Fahrgast los 
P1-Schläger zertrümmert Marc S. das Gesicht: „Ärzte warnten mich vor meinem Anblick“
Marc S. (28) wurde vor dem Nobelclub P1 brutal niedergeschlagen. Vor Gericht entschuldigte sich der Täter, doch die Folgen bleiben gravierend: Murat P. zertrümmerte …
P1-Schläger zertrümmert Marc S. das Gesicht: „Ärzte warnten mich vor meinem Anblick“

Kommentare