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Istvan N. (45, links) und Gergely T. (34) auf dem Weg zur Anklagebank – sie legten ein Geständnis ab.

Jetzt sitzen sie auf der Anklagebank

Gold-Gangster schlugen dreimal in Trudering zu

München - Ein Einbrecher-Duo hat im vergangenen Jahr mehrmals in München bedient, alleine dreimal in Trudering. Nun müssen sich die Männer vor Gericht verantworten. Ihre Begründung für die Einbrüche: pure Existenzangst.

Ihre Masche war immer die gleiche. Die beiden Ungarn fuhren mit dem Auto durch die Straßen und spähten ihr nächstes Ziel aus – immer auf der Suche nach fetter Beute. Am 21. Oktober sollen die Gold-Gangster allein in Trudering dreimal zugeschlagen haben. Istvan N. stieg aus dem Auto aus, klingelte an der Wohnungstür – und wenn niemand aufmachte, ging’s laut Staatsanwaltschaft richtig zur Sache. Ausgerüstet mit einem Schraubenzieher hebelten sie die Tür auf, durchsuchten alle Räume, sammelten Bargeld, Schmuck und Laptops im Gesamtwert von mehr als 27.000 Euro ein. Wenn die Bewohner wieder heimkamen, war längst alles vorbei. Die wertvollen Stücke sollen die Täter anschließend in Ungarn zu Geld gemacht haben.

Seit Dienstag sitzen Istvan N. und sein Komplize Gergely T. auf der Anklagebank vor dem Landgericht. T. muss sich auch noch für Einbrüche im Oktober 2013 in Erlangen verantworten. Die Taten räumen sie ein – allerdings nicht in dem Ausmaß. Offenbar waren es pure Existenzängste, die sie zu knallharten Einbrechern machte. Istvan plagten 60.000 Euro Schulden, die er von seinem Vater übernommen hatte. „Ich muss jeden Monat 1500 Euro an die Bank bezahlen“, sagt er. Ähnlich dramatisch war die Lage bei Gergely. Er hatte sich ein neues Auto gekauft – und konnte die Raten nicht bezahlen.

Kennengelernt haben sich die beiden im Knast. Und als sie wieder draußen waren, wollten sie es zunächst mal mit Arbeit probieren. Sie hofften mit Malerarbeiten im Ausland das große Geld zu verdienen, zogen aber nur Gelegenheitsjobs an Land. Einziger Ausweg? Die Einbrüche! „Es war meine Idee“, gab Istvan N. am Dienstag zum Prozessauftakt zu. Ende Juli 2013 begannen die beiden mit den Raubzügen in Österreich, bis sie irgendwann in München landeten.

Bei den Einbrüchen in Trudering hatten sie es vor allem auf Goldschmuck abgesehen, wertvolle Ketten, Ringe und Uhren.

Mit ihren Geständnissen hoffen die beiden Angeklagten auf eine Strafmilderung. Der Prozess wird Mittwoch fortgesetzt.

Florian Fussek

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