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Die Kanzlerin zu Besuch im Truderinger Festzelt

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Prost! Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schmeckt die Maß Bier im Festzelt in Trudering. © dpa

Trudering - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Mittwoch im Festzelt in Trudering ihre Bierzelt-Tauglichkeit unter Beweis gestellt. Worüber die Kanzlerin gesprochen hat.

In nunmehr fast acht Jahren Kanzlerschaft hat die norddeutsche Pastorentochter Angela Merkel gelernt, souverän mit bayerischem Brauchtum umzugehen. Sie freut sich über die Böllerschüsse vor dem Truderinger Festzelt und die vielen mit ihren Fahnen aufgezogenen Vereine. Und als sie am Ende ein riesiges Lebkuchenherz mit der Aufschrift „München grüßt unsere Kanzlerin“ erhält, strahlt sie, als habe sie sich genau so ein Souvenir schon immer gewünscht.

Obwohl keine begnadete Bierzelt-Rednerin, badete Merkel in Trudering am Montagabend in einer Woge von Sympathie. Das Festzelt mit 2500 Plätzen ist schon eine halbe Stunde vor ihrem Eintreffen proppenvoll. Hunderte müssen draußen bleiben und können die Rede nur über Lautsprecher verfolgen.

Volksmusik-Stars Marianne und Michael bei der Kanzlerin

„Willkommen in Bayern, willkommen im Paradies“, begrüßt der Landtagsabgeordnete Markus Blume die Kanzlerin. Die nimmt die Euphorie auf und lobt Bayern in allen Facetten, sie lobt die Wirtschaft, die Unis, die Jungen, die Alten, die Unternehmer, die Arbeitnehmer und alle, die Ehrenämter ausüben. Und dann erklärt sie nüchtern und sachlich, wie es ihre Art ist, warum alles Gute und Schöne und Fortschrittliche nur erhalten werden kann, wenn man die CSU – bzw. im Bund die CDU – wählt.

Hoch die Krüge! Angela Merkel zu Besuch im Truderinger Festzelt

Den Namen des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück erwähnt Merkel kein einziges Mal. Lieber arbeitet sie sich ein bisschen an Horst Seehofers Herausforderer Christian Ude (SPD) ab. Der sei schuld, dass es in München nicht genügend Krippenplätze gebe. Sagt sie.

Auch nicht erwähnt wird der Name Uli Hoeneß. Allerdings erklärt Merkel klipp und klar, dass Steuerflucht und Steueroasen bekämpft werden müssen.Und auch das Reizthema der CSU-Familien-Affäre bleibt unerwähnt – sofern man nicht eine kleine, fast mütterliche Anspielung darauf beziehen will. Als Merkel von Streitereien in Brüssel berichtet, fügt sie subtil hinzu, dass man dies ja auch hier mache: „Im Bayerischen Landtag gibt es auch mal Streit“, sagt sie und lächelt nett.

Merkel peitscht ihr Publikum, das im Schnitt 50 plus ist, nicht von den Sitzen. Sie kommt eher wie ein ruhiger warmer Regen über die Zuhörer. Die kriegen eine Kurzfassung des CDU-Wahlprogramms inklusive erzielter oder von Merkel gefühlter Erfolge zu hören, dazu ein klares Bekenntnis zu Europa und zur Bankenregulierung.

Von Monika Reuter

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