Stadt legt Zahlen vor

Messestädter sind unzufrieden mit der Parksituation

In der Messestadt Riem wird kreuz und quer geparkt. Und die Stadt tut nach Ansicht einiger Anwohner zu wenig dagegen. Nun hat die Stadt Zahlen vorgelegt.

München – Die Kommunale Verkehrsüberwachung (KVÜ) sei im Schichtbetrieb fast täglich zu verschiedenen Uhrzeiten unterwegs, um die Regelungen der „Blauen Zone“ zu überwachen, so die Stadt. „Bei großen Messen wie zum Beispiel Bauma, Heim und Handwerk oder Ispo sind täglich vier bis sechs Verkehrsüberwacher vor Ort“, erklärt Johannes Mayer, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats (KVR). Die massiven Kontrollen schlagen sich laut Mayer auch in der Zahl der ausgesprochenen Verwarnungen nieder. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Referats knapp 22 000 Ordnungswidrigkeiten von den Außendienstmitarbeitern geahndet. „Das ist im Vergleich zu anderen Parklizenzgebieten schon sehr viel, kulminiert sich natürlich zu Messezeiten.“

Bürger beschweren sich über zu wenige Kontrollen

Die Angaben des KVR stehen im kompletten Gegensatz zu Beschwerden von Bürgern. Ihrer Ansicht nach wird viel zu wenig kontrolliert und Fahrzeuge, die auch auf Gehwegen oder am U-Bahn-Zugang ständen, würden nicht abgeschleppt. Zudem hätten die Kontrollen bei den vielen Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen wohl kaum einen Effekt, weil deren Halter die Münchner Knöllchen ja gar nicht zahlen müssten.

Im Prinzip aber geht es um die generelle Ablehnung der „Blauen Zone“, die vergangenes Jahr auch im Osten der Messestadt Riem eingeführt wurde. Jahrelang konnten Anwohner und Besucher in den noch nicht offiziell gewidmeten Straßen parken, wie sie wollten. Nun aber ist zwischen 9 und 18 Uhr das Parken am Straßenrand nur noch für zwei Stunden erlaubt. Damit sei ein Besuch tagsüber nicht möglich, „der ständige Blick auf die Uhr verursacht seelischen und körperlichen Stress“, schimpft eine Anwohnerin. Abends hingegen gebe es keine freien Parkplätze, weil zahlreiche Lastwägen alles blockieren würden.

Einige Messestädter fordern nun Parklizenzen für sich

„Es gibt in der Messestadt Riem kein generelles Lkw-Parkverbot“, erläutert Mayer. Wenn sich die Fahrer an die entsprechenden Regeln halten, dürfe jeder nachts dort parken. Egal ob Anwohner, Besucher oder Messebauer. Im Sinne der Gleichbehandlung mit anderen Stadtteilen fordern einige Messestädter nun Parklizenzen für sich. Allerdings fehlen in dem Viertel die Voraussetzungen. Denn es gibt in Tiefgaragen und Gemeinschaftsgroßgaragen genügend Stellplätze. Zudem kann man den Ostteil der Messestadt nicht anders behandeln als den Westteil, in dem die „Blaue Zone“ bereits seit vielen Jahren existiert.

Carmen Ick-Dietl

Rubriklistenbild: © Sigi Jantz

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