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Bilder einer Überwachungskamera zeigen das Opfer und den Tatverdächtigen.

Vierfache Mutter erstochen

Das letzte Foto vor dem Mord von Riem: Polizei sucht Zeugen

München - Im Wald in Riem haben wie berichtet zwei Spaziergänger eine tote Frau entdeckt. Die Polizei München bittet die Bürger nun um Mithilfe. Wer kann Hinweise auf den Tatverdächtigen geben?

Der Tatverdächtige.

Hohe Schuhe, enge Jeans, knappes Jäckchen und modische Handtasche – so folgt die junge Syrerin Hasnaa A. (30) ihrem Ex-Ehemann Osman N. (36) am Morgen des 29. April um 7.25 Uhr durch den U-Bahnhof Messestadt Ost. Die vierfache Mutter freut sich auf das Wiedersehen mit Söhnchen Tim (7), der in der Asylbewerberunterkunft in der Willy-Brandt-Allee schon auf sie wartet. Doch Ex-Mann Osman N. schlägt die entgegengesetzte Richtung ein. Aber das scheint Hasnaa nicht zu merken. Wie hätte sie ahnen sollen, dass sie die nächste Stunde nicht mehr erleben würde …

Am Himmelfahrtstag veröffentlichte die Münchner Mordkommission die letzten Bilder von Hasnaa A., die am 30. April ermordet im Birkenwäldchen des Riemer Parks gefunden wurde. Unter dringendem Tatverdacht wurde Ex-Ehemann Osman N. verhaftet. Doch der gibt nur zu, was ihm die Mordkommission ohnehin beweisen kann und leugnet ansonsten die Tat.

Oberbekleidung des Tatverdächtigen.

Im letzten Winter war das syrische Ehepaar mit den vier Kindern (1, 7, 9 und 10 Jahre) aufgebrochen, um in Deutschland eine neue Zukunft aufzubauen. Doch bereits im Flüchtlingslager in der Türkei ging das Ehepaar getrennte Wege. Söhnchen Tim ging mit seinem Vater nach München, Hasnaa A. landete mit dem Töchterchen (1) und ihren anderen beiden Söhnen (9 und 10 Jahre) in Eisenhüttenstadt (Brandenburg). Am vergangenen Freitag kam sie früh morgens mit dem Nachtbus am Zentralen Omnibusbahnhof an der Hackerbrücke an. Ex-Mann Osman wartete schon auf sie. Der Musiker hatte sich sehr auffällig komplett rot angezogen. Zufall? Oder Teil eines mörderischen Planes? Am Hauptbahnhof stieg das Paar in die U2 zur Messestadt-Ost. Die Überwachungskamera filmte das Paar bei der Ankunft um 7.25 Uhr. Von hier bis zum Tatort sind es 15 Minuten zu laufen. Was in dem Birkenwäldchen geschah – dafür gibt es keine Zeugen. Um 8.08 Uhr taucht – wiederum belegt durch Videoaufnahmen – Osman N. wieder im U-Bahnhof Messestadt-Ost auf. Allein. Und er trägt Hasnaas Handtasche bei sich! Er fährt eine Station zum Bahnhof Messestadt-West und geht am Willy-Brandt-Platz zu den Riem-Arcaden. Dort will er die Handtasche weggeworfen haben. Warum – dafür lieferte er der Mordkommission eine seltsame Verschwörungstheorie. Die Polizei (089/2910-0) sucht Zeugen. Es könnte sein, dass die Tatwaffe in der Tasche war.

Die Schuhe des Tatverdächtigen.

Am nächsten Tag finden Spaziergängerinnen Hasnaas Leiche. Sie war verblutet – an über 20 Messerstichen. Als die Mordkommission Osman N. unter dem Verdacht eines Tötungsdeliktes festnahm, wollte er gar nicht wissen, wer gestorben war. Weil er es längst wusste? Fakt ist: Im Leben seiner Frau gab es einen neuen Mann, den die Mordkommission mittlerweile gefunden hat. Er hat ein festes Alibi und scheidet als Tatverdächtiger aus.

In der Riemer Unterkunft wartete Tim den ganzen Tag lang umsonst auf seine Mama. Nun ist auch sein Vater weg. Freunde der Familie kümmern sich um ihn. Das Jugendamt will versuchen, dass die vier Kinder zusammen bleiben können.

Dorita Plange 

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