Polizei muss einschreiten

Mutter lässt Baby im Auto und geht shoppen

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München - Ein Spaziergänger entdeckt am Freitag ein schreiendes Kind in einem verschlossenen Auto. Nachdem die hinzugerufene Polizei das Kind befreit hat, taucht die Mutter auf - mit einer lapidaren Erklärung.

Als ein 38-jähriger Münchner am Freitag gegen Abend an einem parkenden Auto an der Friedenspromenade vorbeikam, wusste er wohl sofort, dass er blitzschnell handeln musste: Im Auto lag ein komplett nassgeschwitztes Baby und brüllte wie am Spieß. Alle Fenster des Wagens waren geschlossen. Die Eltern? Weit und breit nicht zu sehen.

Obwohl es schon Abend war, war es draußen noch heiß. Bis zu 27 Grad wurden in Trudering und Umgebung an dem Tag gemessen. Eine tödliche Gefahr, vor allem für einen Säugling. Laut Ärztezeitung steigt die Temperatur im Auto schon nach fünf Minuten drastisch an und damit auch das Risiko einer Hyperthermie. Bei einer Außentemperatur von 26 Grad Celsius kann man im Inneren des Wagens nach fünf Minuten 30 Grad, nach 30 Minuten 42 Grad und nach 60 Minuten lebensgefährliche 52 Grad Celsius messen.

Der 38-jährige Spaziergänger wählte sofort den Notruf. Als die Polizei eintraf, waren erneut wichtige Minuten vergangen. Das Kind brüllte immer noch. 

Die Beamten versuchten zunächst den Fahrzeughalter per Telefon zu erreichen - vergebens. Erst dann schlugen sie eine Scheibe des Wagens ein und retteten das Kind aus der potentiellen Todesfalle Auto.

Wenige Minuten später trudelte die 36-jährige Mutter des acht Monate alten Kindes ein. Ihre Erklärung: Sie habe nur kurz Besorgungen machen wollen und dabei die Zeit vergessen. Die Beamten übergaben der verantwortungslosen Mutter ihr Baby, der Vorfall wurde aber dem Jugendamt gemeldet.

Nicht zögern: Einschreiten und Leben retten

Jeden Sommer häufen sich die Meldungen über Kinder, die an heißen Tagen im hermetisch verriegelten Auto aufgefunden werden. Nicht alle können rechtzeitig aus der Todesfalle Auto gerettet werden.

Sollten Sie einen ähnlichen Vorfall beobachten, zögern Sie bitte nicht sofort den Notruf zu wählen. In so einem Fall zählt jede Sekunde.

Rubriklistenbild: © dpa/ Symbolbild

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