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Frustrierte Lebensretter: Uwe Wagner (li.) und Nico Wöhe von der Riemer Wasserwacht halten die zerstörte Notrufsäule.

Wasserwacht klagt

Riemer See: Vandalen machen Rettern das Leben schwer

München - Die Badesaison ist noch gar nicht losgegangen, da hat die Wasserwacht am Riemer See schon wieder mit Vandalismus zu kämpfen. In der Nacht zum Karsamstag wurde eine Notrufsäule am See abgerissen. Die letzte Episode in einer langen Reihe von Zerstörungen, mit denen die Lebensretter zu kämpfen haben.

Die SOS-Meldestelle ist eine von sechs Säulen am See und stand direkt an der Promenade. „Sie ist komplett rausgerissen oder abgebrochen worden“, sagt Uwe Wagner von der Wasserwacht Riem. Nur das Fundament stehe noch. Aufgrund der Spuren am Rest der Säule geht er davon aus, dass sie Muskelkraft zum Opfer fiel. „Es schaut ganz nach blinder Zerstörungswut aus.“ Wagner hat Anzeige wegen Sachbeschädigung und Missbrauchs von Notrufeinrichtungen gestellt. Bis zum Saisonstart am 1. Mai muss sich die Stadt nun um schnellen Ersatz kümmern.

Es ist nicht das erste Mal, dass am ehemaligen Buga-See eine Notrufsäule zum Ziel von Vandalen wurde. Im vergangenen Sommer registrierte die Wasserwacht immer wieder abgerissene Hörer und sogar Böller-Explosionen in den Notrufsäulen. Wagner zufolge dienten die Meldestellen auch als Ziel harter Fußball-Schüsse, bis sie kaputt waren. Selbst wenn die Retter einschritten und ermahnten, nutze dies nichts, so Wagner. Kaum drehe man den Verursachern den Rücken zu, werde einfach weitergemacht mit dem Unsinn.

Am Riemer See ist nach Aussagen der Rettungskräfte die Zerstörungswut stärker zu beobachten als an anderen Seen. So wurde 2015 die Finne eines 1000 Euro teuren Spezial-Rettungsbretts mutwillig zerstört. Rettungsringe und –leitern werden regelmäßig aus den Halterungen gerissen, auf den See geworfen oder geklaut. „Die Leute denken keine Sekunde daran, was sie da im Notfall anrichten“, schimpft Wagner. Letztendlich würden Menschenleben riskiert.

In Riem kommt es häufig auch zum Streit mit uneinsichtigen Badegästen. Das Boot, mit dem die Wasserwacht zu Einsätzen und Kontrollen unterwegs ist, wird gerne als Spielplatz und Sprungbrett genutzt. Doch mit Kindern im Boot kann man im Notfall nicht schnell genug ausrücken. Schon auf dem Weg zur Anlegestelle stolpern die Wasserwachtler über Badegäste, auch der Anlegesteg wird gern als Liegefläche missbraucht. Den Aufforderungen, Weg und Steg für Einsätze freizuhalten, werde nur ungern nachgekommen, berichteten die Wasserwachtler bei einem runden Tisch im Herbst. Man stoße hier auf wenig Verständnis. Daher dauere es manchmal eine ganze Weile, bis man tatsächlich ausrücken könne. Die Wasserwacht fordert deshalb einen Zaun um Boot und Anlegestelle, dazu einen farblich abgesetzten Weg von der Rettungsstation zum Wasser.

Carmen Ick-Dietl

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