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Wegen ihrer zu laut stöhnenden Nachbarn liefen Anwohner in Trudering Sturm (Symbolbild).

Und das soll die Lösung sein

Schlafzimmer-Eklat in München: Ehepaar stöhnt zu laut - jetzt wehren sich die verzweifelten Nachbarn

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Anwohner in Trudering fühlen sich durch die gut hörbaren Nachtaktivitäten ihrer Nachbarn gestört. Die zeigen zunächst keinerlei Einsicht.

München - Gerhard Polts Gschichtln aus dem Alltag gelten als Meisterwerke der Realsatire. In einer Episode erzählt der Kabarettist: „Ich bin tolerant! Ich grüße den Böhm – obwohl er mein Nachbar ist.“ Brillanter kann man Streitereien im Nachbarschaftsmilieu kaum beschreiben. Oft entzündet sich der Zwist an Kleinigkeiten, oft grüßt man sich freundlich im Hausflur – und schimpft dann hintenrum.

Wie jeder weiß, beschäftigt der zwischenmenschliche Zoff auch die Justiz zur Genüge. In einem aktuell vom Amtsgericht veröffentlichten Fall soll es besonders laut zugegangen sein – zu nachtschlafender Stunde. Ein Ehepaar aus Trudering fühlte sich durch laut vernehmbares Stöhnen und Schreien der Nachbarn beim Geschlechtsverkehr in seiner Nachtruhe gestört. Und zwar dreimal pro Woche jeweils nach Mitternacht. In einem Schreiben forderten sie die Nachbarn auf, ihr Treiben während der Nachtstunden zu reduzieren. Diese konnten ihre Triebe aber offenbar auch in der Folge nicht zügeln – und feierten laut Klägern obendrein noch Partys mit lauter Musik.

München: Ehepaar stöhnt zu laut - Richterin besänftigt Kläger

Die Sache landete schließlich vor Gericht. Wie nicht anders zu erwarten, bestritten die Beklagten das Ausmaß des Lärms. Und sie gaben zu Protokoll: „Die lärmüberempfindlichen Nachbarn würden auch die übrigen Mitbewohner wie schon ihren Vormieter terrorisieren.“ Das alles klang nicht gerade versöhnlich. Doch ganz offensichtlich trafen die zerstrittenen Parteien auf eine Richterin mit besonders ausgeprägtem salomonischem Talent. Nach gut einstündiger Verhandlung wurde nämlich ein Vergleich geschlossen.

Die Nachbarn versprachen, sich Mühe zu geben, auf die Belange der jeweils anderen Partei Rücksicht zu nehmen. Die Beklagten wollen den Lärmpegel in ihrer Wohnung „in einem sozial adäquaten Rahmen halten“. Die Kläger verpflichteten sich, fortan den Weg der direkten Kommunikation zu gehen. Wenn da mal nicht die Frühlingsgefühle wieder einen Strich durch die Rechnung machen. 

Video: Auch dieser Streit wegen eines offenen Fensters endete vor Gericht

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